Von den Präpositionen. §.525. ,41
eben keines neuen Beweises. In diesem Falle ver-diente er es am wenigsten, weil dieser GebrauchZweydeutigkeit und Dunkelheit mit sich führet, wel-che in jeder ausgebildeten Sprache wesentliche Feh-ler sind. Der aus der Etymologie entlehnte Ein-wurs sagt noch weniger, weil ein und eben dasselbeWurzelwort in hundert andern Fällen mehr als eineGestalt angenommen hat, z. B. ob, üb-er, auf,off-en, lauter verschiedene Formen eines und ebendesselben Wortes. Eben diese Zweydeutigkeit, wel-che das Deutsche für und vor hat, wenn man bey-de als eines und eben dasselbe gebraucht, bewog dieLateiner ihr prae, pro und pri— zu unterscheiden,ob sie gleich etymologisch betrachtet nur ein Wortsind; zum deutlichen Beweise, daß die Deutlichkeitund Bestimmtheit der Rede von allen gebildetenVölkern, als das erste und wichtigste Gesetz derSprache empfunden worden. Es ist ein Irrthum,wenn man glaubt und mehr als einmahl behauptethat, Gottsched habe diesen Unterschied eingeführet.Er fand ihn in der Mundart, deren Sprachlehre erschreiben wollte, schon allgemein eingeführet, undwar weise genug, ihn beyzubehalten. Ioh. Nud.Sattler sagt in seiner Orthographey von 1607ausdrücklich: „Bey guten Authoren, die noch vor„wenig Iahren im Truck außgegangen, wirdt ge-nfunden, daß dieser Vnterfchied zwischen dem für„und vorgehalten worden: für haben sie gebraucht„anstatt des lateinischen pro, als für einen schrei-den; sodann das vor anstatt des lateinischen gnts,„ als er ist vor ihm allhier gewesen u. f. f.„Was also schon 1607 unter guten Autoren gangeund gebe war, konnte wohl nicht erst von Gottsched den zwischen 1730 und 1740 erdacht und eingeführetwerden. In Ansehung der fernern Geschichte des
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