i.Kap. 5.Pronomen. §.648.649. 549
Mein auch diese Form gibt den vorigen nichts nach,weil hier ein Determinativum gebraucht wird, woe6 nicht Statt findet, weil eö nichts ankündiget,worauf ein Ausspruch vermittelst eines Relativi zu-rück geführet werden foll.
§. 648. Wenn nach dem Eigenthums oder Be- Ihr Be-sitze eines DingeS gefraget wird, so geschiehet sol-'^auch inrheS entweder im Genitive oder im Dative. Im AlttworwuHochdeutschen ist die Frage im Genitive selten, in-dessen kann sie doch vorkommen: wessen ist derHuc^ Man antwortet darauf entweder mit dembloßen Genitiv, wenn der Nahme des Besitzersdurch ein Substantiv ausgedruckt wird: meinesBruders; oder im Nominativ und mit dem Ver-bs seyn, wenn mit einem bloßen Possessivs geant-wortet werden muß: es ist mein Hm, oder im ge-meinen Leben, es ist meiner. Wird im Dativegefraget, wem geHörer der Hm? so kann nichtanders als mit dem Dative eines persönlichen Pro-nominis, oder eines Substantiv! geantwortet wer-werden, meinem Bruder, nur, uns u. s. f.
§. 649. Da die neuere Höflichkeit und Ebrerbie- Und in>Ci»-thung so viele Abweichung und Ungleichheiten in ".ü^Stple»dem Gebrauche der Pronominum eingeführet ha-ben , fo sind auch die Possessiva davon nicht frey ge-blieben. Die Sprachlehre hat dabey freylich we-,üg zu sagen, weil die Mode ihre Gesetze nicht er.kennet, allein es ist doch ihre Pflicht, solche Abwei.chungen der Analogie so nahe zu bringen, als esmöglich ist, zumahl, wenn es geschehen kann, ohnedabey dem Curial - Style zu nahe zu treten. Dießist nun der Fall mit den Possessivis der zweyten unddritten Person, vor den absiracten TitclwörternMajestät, Hoheit, Durchlaucht, Gnaden,
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