Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
376
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576 i.TH. 4. Abschn. Syntax.

Indessen ist diese ganze Form theils nur der vertrau-lichen Sprache des gemeinen Lebens, theils nur dermahlerischen und dichterischen Schreibart angemes-sin, nicht aber der ernsthaften historischen, weil sieeine wahre Täuschung ist, der Geschichtschreiber aberauf keine Weise täuschen darf.

Hierher gehöret aber der Fall nicht, wenn diedidaktische Schreibart geschehene Begebenheiten imPräsenci erzahlet, weil sie nicht sowohl erzählet, alslehret, und eigentlich geschehene Dinge als solche dar-stillet, welche noch täglich geschehen können und wirk-lich geschehen: im rohen Stande der Nacurhar der Mensch wenig Bedürfnisse, und folg-lich auch keine Gelegenheit, feine Verstandes-kräfre zu üben; feine Religion ist so einfach,als sein Leben, und bestehet in rvenig Begrif-fen von dem höchsten liefen, dem Urheberaller Dinge u. s. f.

Neplelial- §- 675. Es ist eine allgemeine, und in allen Spra-tsnq einer-chen gangbare Regel, daß eine Rede in demjenigen!ep Zeit. Tempore fortgehen müsse, in welchem sie angefangenhat, so lange sich nähmlich das Verhältniß der Zeitnicht verändert, welches allerdings auch eine Verände-rung des erstern erfordert. Man sigt ganz richtig:die Cultur der Deutschen ging sehr langsamvon Starten, weil der Übergang von dem äu-ßerst wilden Leben zum verfeinerten bürger-lichen ohne einen Mittelweg allemahl fchwerist. Weil hier zwey verschiedene Verhältnisse derZeit Statt finden, eines der geschehenen Begebenheit,und das andere der Ursache, welche noch jetzt bestehet,und unter ähnlichen Umständen noch jetzt Statt fin-det. Aber nicht, fo bald er mich erblickte, hater..mich angeredet; oder, ich rhar alles, was

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