i. Kap. 6. Verbum. §. 675.676. 377
in meinem Vermögen gestanden hat; oder,die Stände ließen eine Bittschrift überreichen,welche auch sehr gnädig aufgenommen wor-den, besser wurde; weil sich hier das Verhältniß'der Zeit nicht merklich verändert.
Um deswillen muß auch in einer Antwort, wennsie schlechterdings bejahend oder verminend ist, dasTempus der Frage beybehalten werden, weil die Ant-wort in solchem Falle eigentlich eine Fortsetzung derin der Frage angefangenen Rede ist: sind ste schonin Berlin gewesen ? Antwort: ja, sie sind schonda gewesen; nicht, ste waren schon da. Än-dert sich aber das Verhältniß der Zeit, so muß sichfreylich auch das Tempus ändern: ist er schonweggegangen? Antw. erging eben jeyt weg ;wo die Antwort vollständig heijsen müßte: nein,er ist noch nicht weggegangen, aber er gingeben jeyr weg.
§. 676. Das Präsens bezeichnet etwas das ge- Von demgenwärtig geschiehet, oder das noch jcßt Statt findet Präreriround geschehen kann; es ist daher das eigentliche überhaupt.Tempus des lehrenden und unterrichtenden, oderdidaktischen Gtples, so wie des schildernden underzählenden in allen als gegenwärtig beschriebenenVeränderungen. Das Präteritum stellet etwasVergangenes als vergangen dar, und theilet sichwieder nach den drey Stufen des Vergangenen indas Imperfectum, das perfectum und plus-quamperfecrum. Die vornehmsten Unterschiededieser drey Temporum sind bereits Th.i. §.410 an-gegeben worden; allein ich gestehe gern, daß sie nichtaus alle Fälle passen, zweifele aber auch, daß sichwenig einfache Regeln werden ausfindig machen las-sen , welche alle, oder auch nur die vornehmsten Fälle
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