Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
379
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i. Kap. 6. Verbum. §. 677. 379

Perfectum und pllisquamperfectum diese Dun-kelheit gleichfalls beweisen, daher man keine Defini-tionen und noch weniger Regeln darauf bcm-'N darf.Wenn ich sage, er fiel von dem Dache undbrach den Hals, so wird die Handlung ebni sovollkommen vorüber geschildert, als wenn ein ande-rer sagt, er ist von dem Dache gefallen undhat den Hals gebrochen, weil der Hals in bey-den Fällen auf immer gebrochen ist. Derjenige Un-terschied, weicher sich an diesen drey Zeiten noch amklarsten bemerken läßt, rührt nicht von derArtde»Vergangenen an sich selbst, sondern von dem Zu--sammenhange der Rede, und der Stellung einesAnöspruches in derselben, her. Man merke davonfolgendes.

§. 677. Das Imperfectum wird überhaupt Gebrauchgebraucht, wenn eine Handlung erzähb.t werden sol>, des Jiupewwelche in Ansehung des Redenden, oder vielmehrdes Zusammenhanges der Rede, als erst kurz vec- ^ 'gangen dargestellet werden soll. Folglich:

1. Wenn mehrere zusammen hängende vergan-gene Veränderungen erzählet werden, von welchen dieeine noch nicht vorüber ist, wenn die andere anfängt,da denn beyde im Imverfccte stehen: die Sonnefing an, die leyren Stunden des Tages zubeschließen, als mich ein Freund in seine stilleLaube einlud, wo frische Kühlung aus demGewölbe der Blätter fiel; als Deutschland in der Völkerwanderung mit wilden Völkernangefüller ward, welche den Boden zur ViehsZucht zu enge machten, fo mußten sie sich zugesitteten Völkern umbilden.

2. In zusammen Hangenden Erzählungen, woDinge auf einander folgend dargestellet werc-en; da-her