Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
553
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A.K. Von der Folge der Wörter. §.8O5. 55Z

Wenn das Verbum durch ein Participium undeinen Infinitiv zugleich bestimmt wnd, so ist dieseVersetzung zwar auch nicht selten; allein sie ist hierunnöthig, weil der Wohlklang sie hier nicht erfor-dert: wenn ich es durchgesehen haben werde,weil cr sich die Sache so vorgestellt habenmuß. Außer allenfalls, wenn sich daö Participiumund der Infinitiv auf eine gleichlautende Art endi-gen : wenn ich es werde durchgesehen haben,wenn ich ihn werde gesprochen haben.

Wenn bisher gesaget worden, daß diese Art derWortfolge das Verbum bis an das Ende der Redeverschiebet, so verstehet sich, daß darunter nur der-jenige Theil der Rede zu verstehen ist, welcher alsein eigener Satz betrachtet werden kann. Da dieDeutlichkeit der Rede erfordert, das bestimmendeWort nicht so weit von dem bestimmten zu entfer-nen , daß dadurch der Faden der Vorstellungen ab-gerissen wird, und der jeser oder Zuhörer das be-stimmte vergißt, ehe er an das bestimmende kommt,hier aber das Verbum die stärkste Bestimmung derPartikel ist, so muß die allzu große Entfernung bey-der so viel als möglich vermieden werden. DerKanzelley - und Curial-Styl, besonders in den Ober-deutschen Provinzen, ist hier ein Muster einer durchsolche fehlerhafte Verschiebuug geflissentlich verdun-kelten Schreibart. Z. B. wir wollen dir hier-mit, das; du solches höchsten Fleisses vermei-dest, und dich unserm ^Villen gemäß bezei-gest, nachdrücklich und alles Ernstes anbe-fehlen. Ingleichen: wie cr, daß solches ge-schehen, auch von ihm nichr gehindert, odergeahnder, sondern vielmehr befördert wor-den, verantworten wolle. Die widrige Dun-kelheit entstehet daher, daß man den Nachsatz als

Mm 5 - einen