Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
556
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556 i. Th. 4.Abschn. Syntax.

ähnlichen Sprachen, aber weniger als die Griechi-sche und Rönnsche, und diese ganze Freyheit bestehetgrößten Theils darin, daß sie verschiedene Arten vonBegriffen mit ihrem Zubehör aus ihrer gewöhn-lichen Stelle heraus nehmen, und sie in die Stelledes Subjectes sehen kann.Womi sie §- 827. Das Subject ist allemahl der wichtigste,destcher. aber zugleich der unbestimmteste Theil der Rede, zudessen Aufklärung der ganze folgende Theil derselbengereichet. Fange ich eine Rede mit ich an, so istdieser Begriff an und für sich so unbestimmt, daßsich ohne den folgenden Sah nichts dabey denken läßt.Aber eben um deswillen wird mich die ganze Auf-merksamkeit des Zuhöhrers auf dieses Subject ge-lenket, und mit jedem neuen Ausdrucke in dem Saheimmer höher getrieben, bis sie am Ende,völlig be-friediget wird. Man sieher leicht, wie viel der Nach-druck und die Abwechselung der Rede gewinnet,wenn es erlaubt ist, einen jeden beliebigen Begriffaus seinem Platze heraus zu heben, And ihn in dieStelle des Subjectes zu sehen, weil er dadurch zudem Hauprbegriffe in dem ganzen Sahe gemacht,die ganze Aufmerksamkeit auf ihn allein gerich-tet, und alles übrige, selbst das natürliche Subjectder Rede, als Bestimmung desselben dargestelletwird. Ich liebte ihn einst zärtlich, ist die ge-wöhnliche Wortfolge, und da ist ich das natürlicheSubject, welches als der Hauptbegriff angesehen,und daher auch durch den Ton hervor gezogen wird.Allein ist dem Redenden daran gelegen, lim desNachdruckes willen, einen andern Begriff als denHcmptbegrjff darzustellen, so kann er sagen: ihnliebte ich einst zärtlich' oder einst liebte ichihn zärtlich' oder auch, zärtlich liebte ich ihneinst. Dkse Freyheit hat nun die Deutsche Spra-che,