Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
563
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2.K. Von derFolge der Wörter. §. 8io. 56Z

kann sie den Casum Verbi in die Stelle des Sub-jectes setzen, weil man wegen des an den, Worteselbst sichtlichen Casus nicht in Versuchung gerathenwird, ihn für das wahre Subject zu halten. Alleinda die Declination im Deutsche» nur mangelhaft ist,weil nicht alle Casus, und diese nicht einmahl an al-len Arren von Substantiven bezeichnet werden kön-nen : so hat auch die Inversion ihre Gränzen, undist unerlaubt, wenn die Unkenntlichkeit des CasusDunkelheit und Zweydeutigkeit verursacht, weil diehöchste mögliche Verständlichkeit das erste Grundge-setz in allen Sprachen ist, welchem Schönheit, Kür-ze und nicht selten selbst die grammatische Richtig-keit untergeordnet sind. Der Nominativ und Ac-cusativ sind sich im Singular bey den Fämininis undNcutriS, im Plural aber bey allen Substantivengleich. In der gewöhnlichen Wortfolge hat dasfür die Verständlichkeit keine weitere Unbequemlich-keit, weil die Stelle schon zeig-t, welches das Sub-ject, und welches der sächliche Gegenstand des Ver-bi ist. Z. B. der Vögel Schaar durchschnittdie jovialische L.uft; wo man zwar an den Sub.stantiven Schaar und Luft und ihren Bestim-mungswörtern den Casum nicht erkennen kann, aberdoch aus der natürlichen Stelle ersiehet, daß Schaardas Subject, folglich der Nominativ, L.ufc aberder sächliche Gegenstand, folglich der Accusativ ist.Allein hier eine Inversion zu wagen, die jovialischeLuft durchschnitt der Vögel Schaar, würbebey der Unkenntlichkeit der Casuum Mißdeutungerzeugen, und folglich fehlerhaft seyn, weil man alle-mahl die gewöhnliche Wortfolge voraus setzt, unddaher nothwendig Luft für das Subject, Schaaraber für den Gegenstand der Sache halten muß.Oft hebt zwar der Zusammenhang die Dunkelheit,

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