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Bd. 2 (1782)
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564
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564 ?. Th. 4. Abschn. Syntax.

wie'in dem eben angeführten Beyspiele; allein esbleibt allemahl ein Fehler der Schreibart und desAusdruckes, wenn der Wortverstand versteckt ist, underst mühsam erforschet werden muß, und überdießgibt es der Fälle genug, wo auch der Zusammenhangnicht hinreicht, beyde Casus zu unterscheiden, we-nigstens der erste Eindruck allemahl verworren unddunkel ist, wie in folgenden versetzten Ausdrücken:so beweint dein Grab die Liebe; meine Stim-me höre deine Jugend; die frohe Jugend züch-tigt das strenge Alter mit mürrischem Ernste;unvorsichtige Herzen überraschen die Laster.In allen diesen und tausend ahnlichen Fallen wirddie gewöhnliche Wortfolge den Nominativ schon hin-länglich von dem Accusativs unterscheiden, und allerVerwirrung vorbeugen. Wenn aber auch diesenicht hinlänglich seyn sollte, z. B. in der höhern unddichterischen Schreibart, wo die Inversionen häufi-ger vorkommen, daher der jeser daran gewöhnet wird,und sie leicht da vermuthet, wo sie nicht sind, soerfordert die Deutlichkeit, der Rede eine andere Wen-dung zu geben, oder den Accusativ durch einen Bey-satz kenntlich zu machen; z.B. unvorsichtige Her-zen werden von den Lastern überrascht, oderdie Laster überraschen nur unvorsichtige Her-zen; wo das nur schon die Zweydeutigkeit hebt.

5. Wenn gleichgültige Wörter, welch? keinenwahren Nachdruck gewähren können, aus ihrer Ord-nung gerissen werden. Die Inversion ist bloß dazuda, einen Begriff an eine Stelle zu fetzen, wo er dieAufmerksamkeit des Lesers oder Zuhöi-ers mehr aufsich ziehet, als in seiner gewöhnlichen Stelle. Ge-schmack und Beurtheilung?frafr müssen entscheiden,welche Begriffe dazu am schicklichsten sind, und ei-nen wahren Nachdruck gewähren können, d. i. der

Auf-