690 2. Th. Von der Orthographie.
und hundert andere auf ein y, welche vermittelst desAbleitungslautes s oder scn von einem Stammroor-te abgeleitet sind, welches sich auf ein r endiget, nachwelchen das s und s gern in das harte z übergehet.Solche Wörter Schazz, krazzen u. f. f. schreibenwollen, hieße den Bau des Wortes vorschlich vcr-dunkeln, und ganz falsche Stämme annehmen; aberGchaz, kraze.i schreiben zu wollen, hieße überdießnoch, wider die Aussprache sundigen, weil die Wör-ter alsdann gedehnt lauten müßten Schäz, kräzen.Hingegen schreibt man Gränze, Tanz, Schanze,Herz, Schmerz u. f. f. weil hier das t nicht dengeringsten Grund haben würde.
Allein, da viele Wörter in der Ableitung derWörter allerley Veränderungen leiden, theils durchVeränderung der Buchstaben, möchte, Trachtvon mögen, tragen, ich gebe, gab, gib, daßich gäbe, theils durch Einschiebung anderer, darin,rvorin, von da, wo und in, gelegentlich, theilsdurch Wegwerfung, Bübchen von Bube, Rüßschen von Nüssen, Bällchen von Ballen; vonaudern aber die nächsten Stammwörter verloren ge-gangen sind, und nur nahe oder entfernte Seiten-verwandte übrig gelassen haben, welche denn nichtals die nächsten Stammwörter angesehen werdendürfen, überhaupt aber die Mundarten von den älte-sten Zeiten an sehr mit einander vermenget worden,wodurch allerley Ungleichheiten unter verwandtenWörtern verursacht worden, welche ohne eine unbe-fugte gänzliche Umbildung der Sprache nicht weg-geschaffet werden können, und so fern sie allgemein,folglich auch allgemein verständlich sind, beybehaltenwerden müssen : so darf diese Regel nicht anders alsmit Behutsamkeit, wenigstens niemahls einseitig,«nd als die höchste Richtschnur der Schrift, fondern
jederzeit