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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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,»ßen, und eine Tod-Sünde zu begehen, wenn sie sichnur im geringsten untersingen, ihre Religion vernünftigzu überlegen, und daran zu zweifeln, oder wenn sie-stern würden, sich um andere Religionen zu bekümmern,und sich mit deren Verwandten in ein Gesprach darübereinzulassen. Dieß ist der Zustand, sowol anderwärts,als besonders im ganzen Türkischen Reiche. Es wür-de dem ein kurzer Proceß gemacht werden, welcher sichda des Vorhabens äußerte, die Muselmänner in ihremGlauben irre zu machen, und sie zum Christenthume,als einer bessern Religion, zu bewegen. Ich entsinnemich auch niemals etwas von Mißionarien, welche indie Türkey geschickt wären, gelesen oder gehört zu ha-ben. Es würde anch bey den Türken selbst, wegen ihresblinden Gehorsams und Eifers für ihren Glauben und,,Alkoran, nicht angehen. Denn eben das bringt ihreRe-ligion mit sich, nicht zu raisonniren, nicht zu zweifeln,sich mit Irrgläubigen in keine Unterredung oder Streiteinzulassen. Sie sind so vest von der göttlichen Sen-dung des Mahomet, von der Wahrheit seiner Wunder,von der göttlichen Eingebung und Vorzügen ihres Alko-rans überredet; sie haben aus dem Alkvran so starken,>H. wider das Christenthum, als einer Vielgötterei)und Abgötterei) eingesogen, daß es keiner Gesetze oderStrafe brauchte, sie davon abzuhalten. Die guten ^cutehandeln darinn nach ihrer Einsicht des Gewissens. Esist wahr, sie dulden Christen unter sich, und man mußes der Christenheit zur Schande nachsagen, daß Chrissten unter Türkischer Regierung ihren Gottesdienst un-behinderter treiben, als unter christlicher. Es ist auch

»nicht