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Führt er aber seine Beantwortung nicht gleich mitsich? Wenn eine solche Offenbarung unmöglich ist, —nun freylich: so hat sie auch Gott nicht möglich machenkönnen. Mein, wenn nun gleichwohl eine Offenbarungnützlich und nöthig ist: sollte Gott dem ohngeachtet liebergar keine ertheilen, weil er keine solche ertheilen konn-te? Sollte Gott dem ganzen menschlichen Geschlechte dieseWohlthat vorenthalten, weil er nicht alle Menschen zugleicher Zeit, in gleichem Grade daran Theil nehmenlassen konnte? Wer hat das Herz, hierauf mit Ja zuantwvrren?
Genug, wenn die höchste Weisheit und Güte beyErtheilung der Offenbarung, die sie in jener Allgemein,heit und Allklarheit nicht gewahren konnte, nur denjenl,gen Weg gewählet hat, auf welchem in der kürzestenZeit die meisten Menschen des Genusses derselben fähigwurden. Oder getraut sich jemand zu zeigen, daß diesesnicht geschehen? daß die Offenbarung, zu einer andernAeit, einem andern Volke, in einer andern Sprache er-theilet, mehrere Menschen in kürzerer Zeit mit den Wahr-heiten und den Bewcgnngsgründcn zur Tugend hätteausrüsten können, deren sich itzt die Christen, als Chri-sten, rühmen dürfen?
Wer sich dieses getraut, der nenne mir vorläufigdoch nnr erst ein Volk, in dessn Händen das anvertrautePfund der Offenbarung wahrscheinlicher Weise mehr ge-wuchert haben würde, als in den Handen deS Jüdischen.Dieses unendlich mehr verachtete als verächtliche Volk istdoch, in der ganzen Geschichte, schlechterdings das erste
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