Ausgabe 
(3.1.1822) 3
 
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re, Erdbeben ꝛc. borgefallen waren. Sollte nun etwa auch die Kunde von einemin obbefagter Nacht irgendwo vorgefallenen ſchweren Naturereigniß zu erwartenſeyn? oder war jener Barometerſtand nur mit dem Sturmwinde, der in unſererGegend in jener Nacht herrſchte, in Verbindung?

Frankfurt, den 28. Dez.

Seit einer Woche haben hier wieder mehrere Iſraeliten die Taufe erhalten;vorigen Sonntag und am 2. Weihnachtsfeyertage haben dergleichen heilige Hand-lungen in den hieſigen Kirchen Statt gehabt. Unter den in den Schoos des Chri-ſtenthums Aufgenommenen befindet ſich auch der Dr. Med. Roſenberg.

Kurzgefaßte Nachrichten.

Die Graͤuel der Tuͤrken haben ein Paar Toͤchter Hellas ſogar bis nach Botzenverſcheucht, wo ſie auch den Winter zuzubringen gedenken. Sie vertreiben ſich dieZeit mit Schauſpiel und Singen, fuͤr welche Kunſt es ihnen jedoch gaͤnzlich an Sinngebricht. Beſſere Fortſchritte machen ſie in Erlernung den deutſchen Sprache, undEine ſagt ſchon recht nett:Pfui Teufel! Die in Madrid erſchienene An-kuͤndigung eines noch nie geſehenen Stiergefechtes, mit einer allegoriſchen Zeich-nung begleitet, erregt dort allgemeines Intereſſe, und giebt ein ziemlich deutliches Bilddon Scaud der Dinge in Spanien. Unter Anderm ſieht man den General Minaaus ſeiner auf 30,000 Stiere angegebenen Heerde, 50 wuͤthende in den Kampf-platz loslaſſen; der Kriegsminiſter und der Landeshauptmann laufen in Matador-Kleidern gegen ſie an; General Toledo vertritt die Stelle des Hundes; das Geſetzſoll bey dieſem Schauſpiele den Vorſitz haben, und in deſſen Abweſenheit der Rathder Gruͤnen; das gruͤne Band iſt naͤmlich daß Zeichen der Riegoſchen Partey.Der Hamburger Maler Eiffe, der nach St. Domingo berufen, aber vom KoͤnigeHenry ſehr harte Behandlung erfahren hatte (an deren Folge auch Eiffes Bruderſtarb), hat nach ſeiner Vaterſtadt ein Gemaͤlde geſchickt, welches den Despoten ka-rakteriſtiſch an Geſtalt und Aufputz darſtellt. Es wird davon ein Steinabdruck beſorgt.

Am 15. Jan dieß Jahr wird zu Bobingen die Schafwende⸗Verpachtung auf250 Stuͤcke vorgenommen, und dem Meiſtbietenden uͤberlaſſen werden. Pachtlieb-haber werden eingeladen, ſich bey dem Wirth Krautheimer einzufinden. Bobingen,den 2. Jan. 1822.

Die Anzeige des Herrn Joh. Fried. Eckhard senior in Frankfurt, daß ich ſeineGeſchaͤffte nicht ferner zu beſorgen habe veranlaßt mich zu der Eroͤffnung an meineFreunde und zahlreichen Bekannten, daß mir die Geſchaͤffte der Herren Muͤller undTreftz in Leipzig, jene des Herrn A. Auberlen in Frankfurt, und einiger anderer ge-achteten Haͤufer zur Beſorgung uͤbertragen ſind, und mich Gluͤckwuͤnſchbriefe uͤbermein aus frehen Stuͤcken geaͤndertes Verhaͤltniß im Waldhorn zu Ludwigsburg biszum neuen Jahre treffen. U. Vogel.

Ankuͤndigung Unterzeichneter verkauft aus freyer Hand ſeune eigenthuͤmlicheBehauſung ſammt Garten, dann einer realen Tuch⸗, Eiſen⸗, Leder⸗, Spezerey⸗und Matenlal⸗langen und kurzen Schnitt⸗Waaren⸗Handlung, ferners einer großenund kleinen Fragnerey. Aloys Hofer buͤrgerl. Handelsmann in Neuͤmarkt

an der Rott Landgerichts Muͤhldorf.

Am 31. Dez. Abends iſt vom hintern Perlachberg bis zum Goͤggingerthor einperlengeſtrickter Tabaksbeutel verloren gegangen. Der redliche Finder wird erſucht,ſolchen gegen ein gutes Douceur in Lit. C. Nro. 256. abzugeben.

An Lit. D. Nro . 253. ſteht ein ſechsjaͤhriges, 16 Faͤuſte hohes, geſundes Pferd,vorzůglich auf Reiſen tauglich, zu verkaufen.

Es iſt eine ſchoͤne Wohnung zu vermiethen, und in Lit. G Nro 48.. zu erfra-gen; ſie kann ſogleich oder bis Georgi bezogen werden.

Kuͤnftigen Sonntag den 6. Jan. vird bey Unterzechneter Tanzmuſik gehalten,

wozu ſich beſtens empfiehlt Krafts ſel. Wittwe, im untern Pfaffenkeller.Beylage.