Ausgabe 
(3.1.1822) 3
 
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naͤchſten Tagen abgehen werden. Das Schiff iſt bereits gemiethet. Das zur Reiſeerforderliche Geld, das beynahe 4500 Fr. betraͤgt, iſt ſchon ſeit 14 Tagen bey-ſammen. Den groͤßten Theil deſſelben haben die hier befindlichen griechiſchen,deutſchen und helvetiſchen Haͤuſer beygetragen. Die franzoͤſiſchen Kaufleute in Mar-ſeille ſind der griechiſchen Sache durchaus nicht foͤrderlich.Von der Rhone, den 21. Dez.

Alle aus der Levante eintreffenden Nachrichten ſind jetzt kriegeriſchen Inn-halts/ und thun kund, daß der Krieg unvermeidlich iſt, wenn Rußlaund auf ſeinenForderungen in Anſehung der Griechen beharrt, wie es jetzt ganz den Anſchein dazuhat. Die Tuͤrken wollen gar nicht begreifen, wie Rußland einen Rechtszuſtand

für die Griechen fordern kann Ueberdieß duͤrften wohl die meiſten Tuͤrken gar

nicht faſſen, was ein Rechtszuſtand iſt. So wie das Volk, denken die Miniſter, der Divan, und der Großherr ſelbſt. Mehreren jungen Deutſchen iſt es gelun-gen, ſich in Toulon nach Morea einzuſchiffen, und beſſere Bedingungen zu erhal-den, als diejenigen, die von Marſeille abgeſegelt ſind. Zu Lyon hat ſich jetzt einAusſchuß zur Unterſtuͤtzung der Griechenfreunde gebildet.Vormarſch(im Amte Huſum), den 6. Dez.Der erſte Dezember war gewiß fuͤr viele Bewohner der Weſtkuͤſte der Herzog-thuͤmer ein gefahrvoller und fuͤr Manche Lebensgefahr bringender Tag. Ein flie-gender Sturm aus Weſtſuͤdweſt entſtand, und hielt mit ſolcher Heftigkeit an, daßdie Fluth innerhalb der erſten paar Stunden alles Land uͤberſchwemmte, und in denuͤbrigen Stunden zu einer Hoͤhe ſtieg, daß ſie die Warffen behnahe ganz bedeckte,in die mehtrſten Haͤuſer eindrang, Mauern unterſpuͤlte und einſchlug, Ja einzelneHaͤufer ruͤnirte. Ertrunken ſind indeß ſo viel noch bekannt, keine Menſchen,mehrere aber haben auf dem Boden und auf den Truͤmmern ihrer zerfallenen Huͤttenin wirklicher Todesangſt und Gefahr ihr Leben nur geborgen. Der Schade, wel-cher dadurch an den Warffen und ſonſt entſtanden iſt fuͤr alle Einwohner groß undfuͤr Viele nicht wieder herzuſtellen. Auch hat das Halligland, welches durch jedehohe Fluth ſchon leidet, durch dieſe außerordentliche Fluth unglaublich gelitten.Zudem ſind alle Waſſerbehaͤlter fuͤrs Vieh und auch viele Brunnen mit ſalzem Waſ-fer angefuͤut und nur einzelne Brunnen gerettete.Berlin, den 22. Dez.In Folge der bereits am 24. Sept. v. J. erfolgten Verlobung der PrinzeſſinAlexaandrine, zweyten Tochter Sr. Majeſtaͤt des Koͤnigs, mit Sr. koͤnigl. Hoheit,dem Erbgroßherzog Paul Friedrich von Mecklenburg⸗Schwerin, wird, dem Ver-nehmen nach, bereits im May des naͤchſten Jahrs die Vermaͤhlung des hohenBraͤutpaars hier Statt finden, auch zur Feyer dieſes fuͤr das ganze koͤnigl. Hauserfreulichen Ereigniſſes die angemeſſenen Feſtlichkeiten veranſtaltet werden. Mitdem Anfange naͤchſten Jahrs wird im Umfange der ganzen Monarchie die Einfuͤh-rung der neuen Ausgleichungsmuͤnze der Silbergroſchen, von denen 30 auf einenpreußiſchen Thaler gehen, Statt ſinden, ſo daß kuͤnftig in den Kaſſen nur nachThalern, Silbergroſchen und Pfenningen, von denen 12 auf einen Silbergroſchengehen, gerechnet werden wird.Maynz, den 27. Dez.Man will hier, beſonders im ſuͤdlichen Theile der Stadt, am letzten DienſtagAbends halb 8 Uhr ein leichtes Erdbeben geſpuͤrt haben; auch auf den auf dieſerSeite liegenden Doͤrfern Hechtsheim und Laubenheim ſoll es bemerkt worden ſeyn.In voriger Nacht war ein ſtarker Sturm, und der Barometer am Tage unter denSturmpunkt gefunken.(Ein gleich tiefer Stand des Barometers hatte zu Stutt-gard in der Nacht vom 24. auf den 25. Dez. Statt. Bisher hat man wahrgenom-men, daß in der naͤmlichen Zeit, wo bey uns ein außerordentlich tiefer Barometer-ſtand war, in fernen Gegenden unſerer Erde anßerordentliche Stuͤrme auf dem Mee-