15
Grades.---Der zweite Faktor ist der endliche oder äußerliche; dieß Mittel gött-licher Offenbarung ist zuerst ein allgemeines, das Universum oder die Natur; in eiuemspeciellere!! Sinne aber ist eS eine historische Manifestation göttlicher Wahrheit durchdaS Leben »nd die Lehre höherer menschlicher Seelen (os Iiiguer min<1s-zincmZ men) — ausgezeichneter Individuen, die etwas von der ewigen Wahrheitihren Brüdern mittheilen u. s. w." — Aus dieser Anklage deS zu London erscheinenden„Christian Remembrcmcer" stellt sich heraus, daß Bunsen weiter nichts ist als einganj gewöhnlicher Rationalist wie z. B. Rc-nge, nur daß Vnnsen sich durch gelehrteFetzen eine Ruf in der Clique — und ein Docwrdiplom der Theologie erworben.Zuletzt legt Bunsen dem Hippolytus zur Captivation der englischen Benevolenz eineSchntzrede iu den Mund, die ein wahrhaftes Meisterstück von Lächerlichkeit genanntwerden kann, Döliingcr berichtet hierüber S 336 und 337: „In dieser Schutzrede,welche Herr Bunsen Hippolytus in London am 13, August 1851 halten läßt, über-schüttet der alte Presbyter zuerst die Engländer mir Lobeserhebungen ihrer Macht undHerrlichkeit, die sie vor Allem ihrem ProtestanliSmuS verdankten, versichert sie dann,er sey wirklich Bischof von Portus Romanns geocsen, habe dort ein stetS geliebtesWeib, Chloe, gehabt, die Schwester eines Salristans des SerapiS-Tempels zu Por-tuS, Namens Heron, die aber bald am Fieber gestorben sey, bald daranf sey ihmauch sein geliebter Sohn Auteros, der im Hause des Bischofs KallistuS, wohin erihn mit einer Botschaft geschickt, gleichfalls das Fieber bekommen, dnrch den Todentrissen worden; hierauf theilt er den Engländern, um ihnen Vertrauen einzuflößen,mit, daß er bezüglich der Bibel ächt protestantisch gesinnt ley; aber das Buch Daniel freilich sey unächt und erst unter Antiochus gesichtet, nn) der zweite Brief Petri seygleichfalls eine Fiktion; sofort erschreckt er sie noch mehr durch die Versicherung, wieihr Glaube au die Inspiration der heiligen Schrift ein häretischer Wahn sey. Ererklärt ihnen dann weiter, daß die Nicänische Lehre vom Sohne GotteS uuphilosophischund uubiblisch sey; in der kirchlichen Jnrarncuionölchre und dem SIthanasianischenSymbolum findet er die Ursache, warum Muhamed und seine Anhänger die christlicheReligion in der halben Welt ausgerottet hatten; demnach sey es denn auch mit derTriuität, wie sie bisher iu England geglaubt worden, nichts; von der Tanfe derKinder habe man zu seiner Zeit noch nichts gewußt', und das, was jetzt unter diesemNamen geschehe, sey gar keine Taufe; und nachdem er die englische Siaatskirche der-gestalt mit dem Stäbe Wehe heimgesucht, kehrt er am Schlüsse wieder den Srab Sanfthervor, das heißt, er fallt nun über die katholische Kirche her, schüttet über dieseMutter alleS Verderbens in Phrasen, die er wörtlich auS den Reden der HH. Rougeund Dow int entlehnt zu haben schein?, das ganze Füllhorn seines GrimmeS ans,kündigt ihr ihren unvermeidlichen, vollständigen und sehr nahen Untergang an, undscheidet von den Engländern mir der tröstenden Versicherung: vor der großen, mitRiesenschritten herannahenden zweiten Reformation und ihrem göttlichen Lichtglanzewürden die Apostel der Finsterniß — die katholischen Bischöse und Theologen — inihr Nichts versinken. — Der Leser begreift, daß es hienach einer wcitern Auseinander-setzung mit Herrn Bunsen und seinen vier Bänden nicht bedarf." — Auch führt Z. öllingereinige Stücklein von Uebersetzungskünsten deS Herrn Bunsen an, die einem Schüler,der sich derselben schuldig machte, in früherer Zeit, in der noch Ehrenftrafen eristinen,eine Setzung aus die Schandbank zn Wege gebracht hätten. Nur ein kleines Beispiel.Die Ermahnung des heiligen Jznatius im Briefe an Polykarp: „Fliehe die bösenKünste, ja crwähue sie nicht einmal in öffentlicher Rede", übersetzt Bunsen wiefolgt: „Fliehe gefallsüchtige Weiber (Koketten), habe vielmehr Umgang mit älterenFrauen." Aus diesem wenigen geht hervor, wie gut der Herr Verfasser gcihan, daßer seine Zeit und die Schärfe seiner historischen Kritik zur grüuviicheu Untersuchungder Geschichte von HippolytnS und KallistuS angewendet und den Ritter Bunsen nurso nebenbei aus dem von Bonn ihm verliehenen Sattel ans den Boden herabgcstreifthat. Wir Katholiken sollen aber dem Herrn Professor Döllinger besonvers für seineArbeit dankverpflichtet seyn, denn eS liegt ein großes doppeltes Verdienst darin —