Ausgabe 
14 (8.1.1854) 2
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einmal der Werth der wissenschaftlichen Forschung und dann die Bloslegunq desgroßen protestantischen, besonders durch Kirchenfeindlichkeit renommirten Phäno-mens, Bunsen genannt, an welchem trotz dem vielen Geschrei erbärmlich wenigWolle befunden ward.

L e n a u.

Emma Niendors (Frau von Sukow in Stuttgart ) gab ein Buch über denDichter heraus unter dem Titel: ,.Lenau in Schwaben aus dem letzten Jahrzchentseines LebeuS." Während der Zeit seines beginnenden Wahnsinns sagte er einmal ineinem lichten Augenblicke zu Venrauten:Gott ist sehr gut, daß er mich durchdie Natur bestrafen läßt, und nicht durch daS Gesetz, denn ich habegegen beides gefehlt, ich habe daö Talent noch über das Sitteugesetzgestellt, und daS ist doch das höchste. Sagen Sie daS a-uch Ihrsie hat daS Sittengesetz auch nicht genug erhoben." Wir meinen dieseWorte für die merkwürdigsten Worte Lenau'S zu halten. Es liegt in ihnen einGlaube uud ein Bekenntniß. Die letzten Worte treffen eine verbnrathete Frau inWien , mit welcher Lenan zwölf Jahre lang Umgang gepflogen, und die zum Theilwenigstens die Katastrophe im Leben deS Dichters herbeiführen half. Lenan verliebteund verlebte sich zu Frankfurt seine Brant war ein unschuldiges Mädchen erging noch Mal nach Wien (wie Emma Niendors erzählt), um von dem Weib sn'nerSünde Abschied zn nehmen, uud diese sprach in einer rachegierigen, dämonischen Pro-phezeiung zu ihm, zu dem ohndieß schon in seinem ganzen Geistes- und NervenlebenZerrütteten die Worle:EineS von uns muß wahnsinnig werden." Daß nunLcuau sich selber angeklagt: er habe sein Talent und sein Leben über daS Sitteugesetzgestillt und Gott noch gut nennt, daß er ihn durch die Naiur und nicht durchdaS Gesetz bestrafen läßt hat eine Bedeutung im Geistesleben des DichierS, dienicht genug gewürdigt werecn kaun, und zu Nutz und Frommen der Ungläubigensollten die obigen Worte Lenaus mit ein paar Bemerkungen dazu in allen kaiholischenJournalen verbreitet werden, (W. K.-Z>)

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Amerika

Während die aus Neu-Granada und Ecuador vertriebenen Jesuiten nach Guate-mala und Mcriko gehen, sind andere nach der Insel Cuba berufen. Am 12. Oct.,dem Geburtstage der Königin von Spanien , hcu der General - Capitän mit großerFeierlichkeil zu Havanna den Grundstein zu einem Kollegium der Jesuiten gelegt,nachdem ihn der Bijchof eingesegnet hatte. Zu dieser religiösen Feier halte sich einegroße Menge Volkes versammelt. Die Regierung zu Madrid sncht so die Fehler ihrerVorgänger zn verbessern und sür eine christliche Erziehung der Jugend zu sorgen.

Afrika .

Nach einem Briefe vom Cap der gnten Hoffnung haben sich mehr als zweitausendKaffern zur laihvlischen Kirche bekehrt und sich in der Nähe der englischen Residenzenniedergelassen, (»ine Abt eilunz der Kasfern am Orangcfluß treibt Handel. GegenEnve des Moncus August ubersui?>en sie dem kaiholischen Bischof in der Kapstadt ein Geschenk, in Vieh, Llrauß>evern nud irockiieu Früchten lcstehcnd.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.