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welche jedoch die Mutter und Lehrerin Aller, die römische Kirche gutheißen muß.Dieses wohl erkennend, hat Unser Vorgänger GregoriuS XVI. glorreichen Andenkensden Walachen von griechisch-katholischem RituS in Siebenbürgen seine oberhirtlicheWachsamkeit und Sorge zugewandt, und um sie aufzurichten und zu trösten und imkatholischen Glauben zu bestärken, für sie eine besondere kirchliche Hierarchie vongriechischem Ritus zu gründen gestrebt; was aber, durch die Zeitumstände und andereSchwierigkeiten verhindert, dieser Unser Vorgänger in der gewünschten Weise nichthat ausführen können, das haben Wir, ehrwürdige Brüder, zur besondern FreudeUnseres Herzens großentheils vollbringen können. Zuerst, wie billig, danken Wirdafür dein Vater der Erbarmungen, durch dessen himmlische Hilfe es UnS gegeben ist,ein Werk zu vollbringen, von dem Wir hoffen, daß eS zur Förderung der katholischen Religion und zum großen geistigen Nutzen jenes Volkes gereichen werde. GebührendesLob spenden Wir demnächst Unserm geliebtesten Sohne in Christo, Franz Joseph ,dem Kaiser von Oesterreich und apostolischen Könige von Ungarn und Böhmen , derUnS nicht allein darum gebeten, sondern auch Eifer, Sorgfalt und Mühe und Allesüberhaupt an den Tag gelegt hat, was von einem frommen und für die Beförderungdes Glaubens eifrigen Fürsten zu erwarten war. Wir dürfen aber auch nicht ohneLobspruch übergehen den Erzbischof von Gran, welcher zur Förderung dieser soheilsamen und zur Erhaltung der katholischen Einheit so nützlichen Angelegenheit nachKräften mitgewirkt hat. Nachdem wir darum die Ansicht einiger auS eurem Kollegium,ehrwürdige Brüder, vernommen haben, denen Wir eine so wichtige Angelegenheit zurgenauen Prüfung übertragen haben, haben Wir auf ihren Rath zwei Bisthümergriechisch-katholischen RituS errichtet, Lugos im Temeswarer Banat und Armenopolisin Siebenbürgen, als Suffraganbisthümer der Kirche von FogaraS , welche schonfrüher einen bischöflichen Sitz gehabt und iu der letzten Zeit von Uns den Titel AlbaJulia erhalten hat und welche Wir zu einem Erzbisthnm erhoben haben. Wir habendiesem Erzbisthume außer den beiden neu errichteten Bisthümern auch noch das früherunter dem Erzbischof von Gran stehende BiSthum Groß-Waradei'n als Sussraganbisthumuntergeordnet. Wir bezweifeln nicht, ehrwürdige Brüder, daß nach Errichtung dieserneuen Kirchenprovinz von Fogaras und Alba Julia das den katholischen Glaubenbekennende Volk der Walachen und Siebenbürgen , durch die neue Wohlthat desapostolischen Stuhles gerührt, enger mit demselben werde verbunden werden, und daßdieser Theil der Heerde des Herrn, nachdem die Zahl der Hirten vermehrt ist nndwenn dieselben pflichtmäßig wachen und Unsere Sorgfalt hinzutritt, die Wir nieunterlassen werden, sicherer und geschlitzter seyn werde gegen die List nnd den Trugder Schismatiker, welche keine Gelegenheit vorübergehen lassen, die Gläubigen von derGemeinschaft dieses heiligen Stuhles loszureißen und in den Abgrund deS ewigenVerderbens zu stürzen. Möge Gott , der reich ist an Barmherzigkeit, verleihen, daßdie, welche in die Irrthümer der Schismatiker verstrickt sind, von dem Lichte derhimmlischen Gnade erlcuchiet, in den Schooß und die Arme der katholischen Kirchezurückkehren, daß sie Alle in der Einheit des Glaubens zusammentreffen und daß wiralle Ein Leib seyen in Christo, die Einheit bewahrend im Bande des Friedens. DaSwünschen Wir von Herzen gemäß Unserm innigen Verlangen nach dem Heile derSeelen, uns Wir bitten den Herrn, der allein Wunderbares wirkt, daß er dasbegonnene Werk durch seine Kraft vollende.
Ehrwürdige Brüder, nicht wenig hat zum Troste Unserer Seele ferner dasbeigetragen, was Wir mit göttlicher Hilfe im Staate Guatimala in Amerika zumHeile der Religion zum leisten vermocht haben. Es hatte nämlich kaum Unser geliebterSohn, der ausgezeichnete und ehrenwerthe Mann, Raphael Carrera, Präsident jenesStaates, Uns ersuchen lassen, daß Wir Unsern Geist auch der Ordnung in denAngelegenheilen jener Kirche zuwenden mögen, als Wir auch schon von Unsermgeliebten Sohne Jakob, der heiligen römischen Kirche Diacon , Cardinal Antonelli, derUnS in den StaatSgeschäften zur Seite steht, verlangten, daß er mit dem ebenfallsgeliebten Sohne, dem Vertreter des Staates Guatimala am heil. Stuhle, Ferdinand