Ausgabe 
14 (15.1.1854) 3
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Lorenzana, die Ausführung dieser hochwichtigen Angelegenheit übernehme. Dem gemäßwurde am 7. Oktober v. I, eine Convention zwischen ihnen eröffnet, welche Wir derbesondern Congregation Unserer ehrwürdigen Brüder und eurem Kollegium zur reislichenErwägung vorlegten. Von dem, was in jener Convention zur Zier und zum Frommender katholischen Kirche festgestellt wurde, glauben Wir, daß ihr es bereits aus Unsermapostolischen Schreiben vom August l. I. wisset, in welchem wir alle einzelnen Puncteder erwähnten Convention aufzählten und mit Unserer apostolischen Autorität bekräftigten.

Wir haben es für nöthig erachtet, euch das Gesagte mitzutheilen, damit Wireuch, ehrwürdige Brüder, die ihr an Unsern täglichen Sorgen Theil nehmet, auchUnserer Freude theilhaftig machen, so oft sich etwas znr Verherrlichung deS göttlichenNamens und zur Verbreitung des wahren Glaubens in beglückender Weise ergeben hat.

Unsere Freudigkeit wird aber auss Aeußerste durch die überaus herbeu Uebelgetrübt, von denen, wie UnS berichtet wurde, die allerheiligste Religion in einigennördlichen Reichen heimgesucht wird. Wir wollen hier mir eines erwähnen und könnenes nicht mit Stillschweigen übergehe», daß, als die Regieruug desselben StaatesUnserm und deS apostolischen Stuhles am kaiserlichen Wiener Hofe Nuntius eröffnethatte, sie werde ihre Beschwerden vor diesen selben Stuhl dringen, sie doch dießwever gethan, noch abgelassen hat, die Kirche zu quälen, sie hat sogar die geweihtenPriester, welche sich weigerten, von ihren Amtspflichten abzuweichen, theils mitGeldstrafen belegt, theils in Bande geworfen. In diesen Widerwärtigkeiten hat sichdie unbesiegte Geisteskraft und Festigkeil deS gesammten Klerus sowohl, als derhochw. Bischöfe und vorzugsweise des den Andern mit dem Beispiel vorangehendenErzbischoss von Freibnrg in wunderbarer Weise glänzend beurkundet. Fest an demVorsatze haltend, dem Kaiser zu geben was deS Kaisers ist, und Gott waS GottcSist, hat er sich durch Drohungen nicht erschüttern, durch die Furcht vor Gefahrennicht abschrecken lassen, die Rechte der Kirche und die Obliegenheiten seines HirtenamteStapfern Muthes zu wahren. Indem Wir diese ausgezeichnete Standhaftigkeit inAusrechthaltung der Sache der Kirche mit gebührendem Lobe rühmen, ermähnen Wirden ehrwürdigen Bruder, den Erzbischof von Frciburg und die Gefährten seinerTapferkeit, den Muth nicht sinken zu lassen, sondern sich in der Kraft des Herrn zustärken, der seiner Kirche verheißen hat, zu jeder Zeit gegenwärtig zu seyn uud derdenen, die für die gute Sache kämpfen, Krone und Palme vorbehält. WaS übrigensdie Kirche mit dem Apostel der Völker von jener gelehrt hat, daß nämlich höhergestellten Gewalten Gehorsam gezollt werden müsse, daS lehren und daran halten auchWir uud mit Uns die katholischen Bischöse; wird aber etwas anbefohlen, was gegendie götllichen Gesetze und die geheiligten Rechte der Kirche verstößt, die ihr von ihremgöttlichen Stifter überliefert wurden, dann muß Gott mehr gehorcht werden als denMenschen, wie der Apostel schon durch sn'u Beispiel bekräftigt hat und wie auch Wires mit den geheiligten Hirten der Kirche lehren und einschärfen.

Ehrwürdige Brüder, das Gesagte ist ungemein herbe und belästigt die SorgeUnseres Geistes im höchlten Grade; nicht mindere Bcangstignng verursachen Uns aberdie Verhältnisse der Kirche in Ostindien. Ihr wisset sehr gut, daß Unsere Vorgängerund auch Wir, indem Wir dem von ihnen gegebenen Beispiele nachfolgten, je nachden Zeitverhältnissen durch geheiligte Bischöfe und apostolische Vicare und durch evangelischeArbeiter für die hirtliche Leiiung der Gläubigen sorgten. Es standen aber verderbteMenschen ans, die ihren Nutzen und nicht den Nutzen Jesu Christi suchten und unterden nichtigsten Verwänden bemüht waren, Unvorsichtige irre zu führen und die katholischeBevölkerung von der Unterwürfigkeit unter die gesetzlichen Hirten abzuziehen. Sobalddieß zu Unserer Kenntniß gelangt war, wendeten Wir väterliche Ermahnungen an,widerlegten die nichtigen Beweisgründe, mit denen Jene ihren Zwiespalt zu vertheidigensuchten und ließen nicht ab, die Störer der katholischen Einheit von ihrem ruchlosenRaihschluß abzuschrecken. Als Wir erkannten, daß sie hartnäckig in ihrem Vorhabenverharrten, daß das Uebel täglich mehr um sich greife, versuchten Wir durch abermaligeapostolische Schreiben, sie zu bessern Gesinnungen zurück zu bringen; Wir erklärten