Ausgabe 
14 (15.1.1854) 3
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auch, daß Wir die vorzüglichsten Förderer des Schismas, wenn sie sich nicht innerhalbeiner gewissen Zeit eines Besser» besännen, mit dem Schwerte der apostolische» Autoritätvom Leibe der Kirche abschneiden und sie fortan als gänzlich abgeschieden von derGemeinschaft mit den Gläubigen betrachten wurden. Hierdurch haben Wir das Gnteerreicht, daß ein nicht unbedeutender Theil der christlichen Bevölkerung den Trug derAusständigen anerkannte und sich wieder der Autorität der gesetzmäßigen Bischöfe unddem Glauben zuwendcle. Mögen jedoch Jene, die noch in dem schmählichen Zwiespaltverharren, namentlich die durch irgend eine Würbe ausgezeichnet sind, auf UnsereStimme hören, möge es Unö gegönnt seyn, jene verirrte Heerde in den einzigenEchafstall zurückzuführen, außerhalb dessen das Heil nirge-idö gefunden werben kann.

Es wird 'sich jedoch, ehrwürdige Brüder, eine andere Gelegenheit ergeben,ausführlicher hierüber zu euch zu spreche», da ihr einsehet, daß dieß eine hochwichtigeAngelegenheit ist, in welcher es sich um das Heil der Seelen handelt und welchedaher sehr viel Ueberlegung, Berathung uud Sorgfalt erheischt. Mittlerweile versichernWir, daß Wir nie hinter Unsern Amtspflichten zurück bleiben und Alles eifrigvollführen werden, weiß Wir, nach Anrufung des Beistandes der göttlichen Weisheitzur Abwendung der Seuche des um sich greifenden Schismas und zur Zurückführuugder Völker znr katholischen Einheit für zweckdienlich uud heilsam anerkennen werde».

Ein weilerer Beweggrund deS Schmerzes erwuchs 'Uns auS dem unglücklichenÄnsgang der geheiligten Mission, welche der ehrwürdige Bruder Vinceuz, Bischofvon Arkadiopolis, kraft Unserer Autorität an den Beherrscher von Hayti ans dergleichnamigen amerikanischen Insel überuomnien hatte. Wir vermögen nicht leicht zuschildern, mit welchem religiösen Eifer der erwähnte Bischof den ihm gewordenenAuftrag zu erfüllen bemuht war; da jedoch dem besagten Fürsten nnd seiner Regierungeine falsche Ansicht von der Kirche Christi und den geheiligten, so sehr zum Bestender Seelen unternommenen Expeditionen innewohnt und da ferner ein großer Theildcö dortigen Klerus es nur mit widerstrebendem Gemüthe erlrug, zu strengerer, demgeheiligten Amte geziemender Zucht zurück gerufen zu werden, so war jener vortrefflicheBischof, bedauernd, daß seine Bemühuugeu gänzlich vergeblich gewesen uud nachdemer von Unö die Erlaubniß dazu erhalten halte, genöthigt, den Staub von seinen Füßenzu schütteln und jene Gegend zn verlassen.

Der Religion werden serner sehr bedeutende und nie genug beklagte Nachtheilevon einigen Geistlichen zugefügt, welche allzuleicht aus ihre« Diöcesen entlassen wurdenund sich lodann nach einigen Gegenden Amerikas begaben, wo sie wegen deS Bedürfnissesder geheiliglen Priesterdienste gewöhnlich leicht ohne Bcurkunvnng des Wissens uud vcrRechlschassenheil aufgenommen zn werde» pflege» und dann ganz andern Dingennachstreben, als der Leitung der Menschen zum wahren Glauben.

Endlich, ehrwürdige Brüder, glauben Wir euch in der heutige» Versammlungnoch mittheilen zu müssen, daß die Seitens der piemontesischen Regierung überReligionSangelegenheiten begönne»?» Verhandlungen noch unterbrochen sind und in derSchwebe sich befinden, so daß eS unnütz erscheinen könnte, daß Wir Unserm geliebtenSohne, den, zur Vollführung dieser Verhandlungen bestimmten Cardinal, Vollmachte»gegeben haben. Ans diesem Grnnde haben Wir auch Unsern geliebten Sohn, denCardinal, welcher den öffentlichen EtaatSgeschäften vorsteht, beauftragt, jene Regierungzu befragen, was denn eigentlich ihre Absichten nach so langem Schweigen seyen.Wir haben nämlich gerechlen Sinnes die UnS von jener Regierung vorgelegen Bittenbezüglich der Verrinzcrung der Feste i» dem gesammten Reiche des durchlauchtigstenKönigs von Sardinien entgegen genommen und sie auch bewilligt und zwar nicht nur,um die Noth jeuer Armen z» erleichtern, die von ihrer Hände Arbeit zn leben genöthigtsind, jondern auch um ei» Beispiel der Langmnth zu geben, damit jene subalpinischeRegierung um so mehr angeregt werde, wieder gut zu machen, wo.S sie gegen denapostolischen Stuhl und gegen die verletzten und zu Grunde gerichtete» Rechte derKirche i» jenem Reiche mir Unrecht gcihan hat. Wenn nun auch das von UnsErwartete sich nicht verwirklicht hat, so wird es Uns doch gewiß nicht reue», bis cm