Ausgabe 
14 (22.1.1854) 4
Seite
31
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

31

ist, katholisch zu seyn, ohne römisch zu seyn. Er fand aber bald, daß er den Prot?»stanti'SniuS nickt im Sinne der katholischen Wahrheiten, die derselbe beibehalten hat,entwickeln könne, ohne sich an Rom anzuschließen, da nur in dessen Gemeinschaft diekatholische Lehre in ihrer Einheit, Integrität und Vollständigkeit gefunden und festge-halten werden kann. Der jüngere Bruder, jetzt Professor der Philosophie an derLondoner Universität, war von Anfang an ein ächterer Protestant. Er ging davonaus, das Wesen des Protestantismus liege nicht in dem, waS derselbe mit der Kirchegemeinsam s-sthalren will, sondern in den Grundsätzen und Ncgau'oncn, die er derKirche entgegensetzt; er griff diese Grundsätze und Negationen, die ungläubigen Ele-mente des Protestantismus auf, suchte sie von den paptstischen Elementen, die er dabeinoch festgehalten, zn trennen und in einem ächt protestantischen Sinne zu entwickelnund zu vervollständigen. Er fand aber bald, daß er dieses Ziel nicht erreichen könne,ohne die protestantische Verläugnuug der Anktorität der Kirche und die protestantischeVerwerfung der Sacramentc nnd des Priesterihums bis zu ihren konsequenten Fol-gerungen durchzuführen, und daß er das nicht könne ohne alle äußere Offenbarungzu verwerfen, und seine eigene Natur als einzige Auctorität in religiösen Dingen undals einzige Offenbarung deS göttlichen Willens zn betrachten. Beide scheinen An-fangs einen gleich reblichen Willen gehabt zu haben, und beide sind, wenn man diePrämissen betrachtet, von denen sie ausgingen, gleich logisch zu Werke gegangen undbei gleich unvermeidlichen Konsequenzen angekommen. Keiner von beiden sah sein Ziclvoraus. Der ältere Bruder, entschlossen, aus jeden Fall ein Christ zn seyn, sah sichgcuötm'gt, zur katholischen Kirche zurückzukehren; der jüngere, entschlossen, ausjede» Fall ein Protestant zu seyn, sah sich genöthigt, alleS Christliche aufzugeben, undein bloßer Naturalist zu werden. (AusBrownson's Quarterly Review", Boston und London , October 1853 )

Bekehrungen im Jahre 18S3.

Im Januar ist die Mutter der Prinzessin Karola Wasa , die bereits im vorigenJahre zur katholischen Kirche zurückgekehrt ist, zu Moravetz in Mähren dem Beispieleihrer Tochter gefolgt. Sie ist eine Prinzessin von Baden, die Tochter von CarlLudwig und Stephanie Beauharnais , seit dem Jahre 1844 von dem Prinzen Was«geschieden. Ebenfalls im Januar wurde der Schriftsteller Beer zu Paris katbolisch.Im Anfange des Jahres fanden außerdem in England folgende Bekehrungen statt:Lord CharleS Tynne, Domherr von Canterbury und Pfarrer von Longbrivge, Schwie-gersohn des protestantischen Bischofes von Bath und Wells, Bruder der Herzogin vonBuccling, wurde katholisch und verzichtete damit auf ein jährliches Einkommen von10,000 Thaler, welche seine geistlichen Stellen eintrugen. Francis Wegg Prosscr,ein ausgezeichnetes Mitglied der Universität Orford, im Jahre 1847 Parlaments-mitglied, that denselben Schritt. Ferner Frau Daymann, Frau eines anglikanischen Geistlichen. H. G. Bowden, dessen Vater schon seit einiger Zeit katholisch geworden,legte zu Gibraltar vor dem Gcneralvnar Nciuy das katholische Glaubensbekenntniß ab.Damit ist das letzte Glied einer angesehenen, großen Familie, die vor nicht langerZeit noch ganz protestantisch war, katholisch geworden. Hope, einer der ausgezeich-netsten Nechtsgelehrten Londons, trat nebst seiner Gemahlin, einer Enkelin von SirWalter Scott , zur katholischen Kirche über. Den 29. Januar kehrte der HerrGeheimrcuh, Ritter Olszewöky ans Potritten in der Diöcese Ermeland , durch ein mehr-jähriges Studium vorbereitet, in den Schooß der katholischen Kirche zurück. Am8. März legte der protestantische Pfarrer Christfreund von Oberroßbach im Nassaui-schen zu Dillenburg daS katholische Glaubensbekenntnis) ab. Schon um Osten» deSvorigen JahrcS hatte er seiner Gemeinde «klärt, daß er die Wahrheit nur in derkatholischen Kirche erblicke, und hatte darauf sein Pfarramt niedergelegt. Nur einsseiner Pfarrkindcr folgte ihm, nämlich der Müller Sorn, der zugleich mit ihm zuDillenburg in die katholische Kirche aufgenommen wurde. Am 14. Juli legte die