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der die heilige Messe feiern wolle, wenigstens einige Zeit zur Vorbereitung gestatten,so erwiderte er: Vorbereitung sey freilich »ölhig, aber die wahre Vorbereitung einesguten Priesters sey, so zu leben, daß er zu jeder Stunde (waö das Gewissen anbelangt)Messe lesen und coininuniclrm könne.
11. In Bezug auf diese Tugend gab er noch viele andere Lehren, daß die«jenigcu neun,ich, welche aufrichtig wünschen, ans dem guten Wege Fortschritte zumachen, sich in Ällem in die H5»de ihrer Vorgesetzten übergeben; jene aber, die nichtunter dem Gehorsam lebten, sich aus freien Etücken einem gclehnen und klugenBeichtvater, dem sie als dem StellveUrct.r Goitcö selbst gehorchten, unterwerfensollten, ihm alle ihre Anliegen, die sich irgendwie auf das Seelenheil beziehen oderbeziehen könnten, ganz freiwillig und aufrichtig offenbarend; auch dürften sie nicht dasGeringste ohne seinen vorher eingeholten Rath beschließen; wer ans diese Weisehandle, fügte er hinzu, könne sicher seyn, daß er nichts thue, wovon er Gott selbstRechenschaft ablegen müsse.
12. Deßwegen crinahnle er, nie ohne Ucberlegnng und Gebet zur Wahl eiueöBeichtvaters zu schreiten; den einmal gewählten aber solle man nur aus den dringend-sten Gründen verändern; denn der Teufel, so pflegte er zn sagen, strebt, wenn ernicht in schwere Sünden stürzen l^nn, auS allen Krägen dahin, Mißtrauen zwischend.rs Beichtkind und den Beichtvater anzusäen, weil er auf diese Weise ailmälig undnnvermerll zum erwünschten Ziele gelaugt.
13. Ferner sagte er, der Gehor,am sey ein kurzer Weg, die Vollkommenheitso schnell als möglich zn erreichen, und schätzte den, der unter dem Gehorsam lebte,weit höher, als Jemanden, der ein gewöhnliches Leben sührte und auS freien Stückeneine (wenn anch ausgezeichnete) Buße übte; der Gehorsam endlich sey ein wahresBrandopfcr, d,,S wir Gott aus dem Altare uusereö Heizens darbringen.
14. Er fügte noch hinzn. der Meusch müsse sich Gewalt anihnn, daß er auchin kleinen Dingen, die von keinem Werthe zn seyn schienen, gehors.un sey; denn da-durch wcne ihm der Gehorsam in größcrn leichter.
15. Den Seinigen im O>dcn bemerkte er, daß sie Alles, sogar das Gebet fürdie gemeinsamen Uebungen verlassen müßten.
G ö r z.
Görz im Jänner. Der hochwürdigste Fnrsterzbischof Franz Xaver hat in einemHirtcusel reiben vom 4. v. M. anläßlich deö im vorigen Jahre im Lande eingetretenenMißwachseS, der ein Noihjahr befürchten läßt, Woite des Trostes, der Ermahnungund Anregung an die Gläubigen gerichtet. Um von Gott die Al'wendnng der Rebeu-krankhei' und anderer die Felcsrückte seit einiger Zeit stark verwüstender Uebelzu erflehen, hat der hochwürdigste Obeihirt eine desondcre Andacht angeordnet, welchein einem angemessenen Gebete bei der heiligen Messe, uud in der Verrichtung eineslaglichen Getcles mit dem Volke bestehen wird, ^iese Andacht wirf beim eisten An-brechen des Frühlings beginnen und bis znr Vollendung der Ernte fortgesetzt werden,(Salzb. Kirchenbl.)
Salzburg
Salzburg, 16. Jan. Gestern, als am Feste des heiligsten Namen Jesu,feierte der hiesige kaiholische Gcselleuverein gemeinschasllich die heilige Commuuion.Dabei wurde von dem Festredner mit besonderem Nachdrucke hervorgehoben, daß derVerein nur auf Grundlage der innigen Lebensgemeinschaft mit EhristuS dauerndenBestand haben könne.
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