Vierzehnter Jahrgang .
Sonntags - Beiblatt
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s . März M 1 « . 1854 .
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Dieses Blatt srschsint regelmäßig all : Konntage . Der halbjährige Monncmentsvrei «
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Die » katholische Verdummung " .
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Alle Sünden , so schreibt das treffliche Frankfurter katholijche Kirchenblatt von
Beda Weber über „ ka hclische Verdummung " , sind verzeihlich , nur die Dummheit
nicht , hat Lenz irgendwo in seinen Schriften gesagt . Von dieser Wahrheit gehen
unsere Gegner aus , wenn sie von der katholischen Religion behaupten , daß sie die
Menschen verdumme , und hoffen dadurch ans dem kürzesten und sichersten Wege die
katholische Kirche zn vernichten , denn die Lehre , auf welcher der Vorwnrf der
Verdummung lastet , und das Volk , welches sich das Brandmal der Dummheit
gefallen läßt , sind in der öffentlichen Meinung gerichtet ohne Gnade und Barmherzigkeit ,
die nur der Sünde , aber nie der Dummheit zu statten kommen können .
Da die weltberühmten Zeitnngöblatter und Broschüren zu Frankfurt am Main
den Vorwurf der Volksverdummung durch die katholische Religion und Kirche im
abgelaufenen Jahre 1853 wenigstens jeden Monat einmal zur Beschimpfung ihrer
katholischen Mitbürger vorgebracht haben und auch im Jahre 1854 denselben zu
wiederholen soitfahren , so ist eS doch Zeit , dieser milbrüderlichen Christenliebe , dieser
ächt - deutschen Toleranz , dem orthodoxen Russeuihum parallel , gegenüber , näher inS
Auge zu schauen uud zu uutersucheu , ob der Vvrwurf der katholischen Volksverdummung
wirklich wahr sey . Da begegnen wir zunächst der seltsamen Wahrnehmung , daß der
Begriff der Dummheit im deutschen NeligionS - und Kirchenwesen noch nicht einmal
feststeht . Wenn der bußfertige Katholik seine Sünden vor dem Priester beichtet , und
das in unglücklicher Stunde gestohlene Gut zurückstellt , so nennt man das bei unS
Katholiken christliche Weisheit , Gerechtigkeit , Buße . Anders denken die Barrikaden¬
männer , die Socialisten und Wildschützen des neunzehnten Jahrhnnderts , die bekannt¬
lich von der katholischen Kirche sich gründlich emancipirt haben . Sie nennen unS
Einfaltspinsel , Feinde der unveräußerlichen Mcuschcnrechle , nach denen jeder Mensch
zum gleichen Genusse dieser Erdengüter berufen ist , folglich in den Mittein nicht
wählerisch seyn darf , diesen Genuß zu erringe » . Die Zurückstellung des fremden
GnteS erscheint ihnen als Dummheit , welche von listigen Pfaffen ins Geschlecht der
Menschen gepflanzt worden ist . Wenn der Kacholik den Samstag als letzten Tag der
Woche mit Andacht daheim mit den Seinigen beschließt , um am kommenden Sonn¬
tagsmorgen mit fröhlicher Seele dem Gottesdienst beizuwohnen , so können sich andere ,
die der Katholicismus nie im miudesten beschwert hat , nicht genug über diese katholi¬
sche Dummheit wundern , welche mit endemischer Wuth die honnettesten Bürger um
die Saulcbern , Gänselebern und Hochheimerschoppen um zwöls Kreuzer zu bringen im
Stande ist , Sie erscheint ihnen wahrhaft colossal , wenn sie bedenken , daß die Pfaffen
im Hintergrunde stehen , und diese Dnmmheilen der Abtodtung uud Sparsamkeit mit
menschenfreundlichem Ingrimm predigen und sanctioniren . So könnten wir noch unzäh -