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genau zuſieht, gewahr werden, daß dieſer Glanz Feuersbrunſt, daß ſein Licht nurdas Leuchten des Blitzes iſt!“
„Der Tag, der alſo ſcheint, kommt mehr von einer plötzlichen Exploſion anſich dunkler, aber nicht entzündlicher Stoffe, als aus den reinen Regionen, denendas friedliche Acht entquillt, das über die Gewölbe des Himmels mit dem allmäch-tigen Pinſel eines allmächtigen Malers ausgebreitet wurde.“
Was von den Jahrhunderten gilt, kann man auch von den Menſchen ſagen.In dem Maaße, als Gott ihnen den Glauben verweigert oder ſchenkt, nimmt odergibt er ihnen die Wahrheit, nicht aber gibt oder nimmt er ihnen die Erkenntniß.Die der Glaubensloſen kann ſogar eine ſehr entwickelte ſeyn, und die der Gläubigeneine ſehr beſchränkte, aber die erſte iſt bei alle dem nur in der Weiſe eines Abgrun-des groß, während die zweite einem Tabernakel ähnlich, heilig iſt; — im Abgrundwohnt Tod und Schrecken, im Tabernakel mit der Wahrheit das Leben. Darin aberauch liegt der Grund, weßhalb keine Hoffnung iſt für die Geſellſchaften, welche fürden ſtrengen Dienſt der Wahrheit den den Intelligenz eintauſchten Hinler den So-phismen ſtehen die Revolutionen, und hinter dieſen die Henker......“
2. „Wenn ſich Alles in Gott erklärt und durch Gott, und wenn die Theolo-gie die Wiſſenſchaft Gottes iſt, durch welchen ſich Alles erklärt, ſo iſt die Theologiedie Wiſſenſchaft von Allem...“3. „Jedes Wort, das über die Lippen der Menſchen kommt, iſt eine Beſtäti-gung der Gottheit, ſelbſt dasjenige, welches ſie ſchmäht oder läugnet. Wer, ſichvon Gott abwendend, ausruft: „„Ich haſſe Dich, Du biſt nicht!““ gibt eine voll-ſtändige Darlegung der Theologie ebenſowohl, als der, welcher das zerknirſchte Herzzu Gott erhebt und ihm ſagt „Herr, ſchlage Deinen Diener, der Dich anbetet zu- — der Erfte wirft ihm eine Läſterung ins Augeſicht, — der Andere legt ein Gebetzu ſeinen Füßen nieder. Beide, ein Jeder nach ſeiner Art, bekennen Gott, weilBeide ſeinen unſagbaren Namen ausſprechen.“
4. „Das iſraelitiſche Volk konnte ſo lange nicht beſiegt werden, als Moſesſeine Hände zum Himmel ausſtreckte, und es konnte nicht ſiegen, als er ſie zur Erdefallen ließ. Moſes ſinnbildet das menſchliche Geſchlecht, das in allen Zeitaltern,unter ganz verſchiedenen Formen und Arten, die Allmacht Gottes und die Abhängig-keit des Menſchen, die Macht der Religion und das Verdienſt des Gebetes bezeugt.“
5. „Ein Wort des Friedens, des Troſtes und der Barmherzigkeit erſcholl inder Welt, und hallte mächtig in den Gewiſſen der Menſchen wieder: dieſes Wortaber lehrte die Völker, daß die Kleinen und die Armen geboren würden, um bedientzu werden, weil ſie arm und klein ſind; und daß die Großen und Reichen geborenwerden, um zu dienen, weil ſie groß und reich ſinde Der Katholicismus hat, dieGewalt vergöttlichend, auch den Gehorſam geheiligt, und indem er das Eine ver-göttlichte und das Andere heiligte, hat er den Hochmuth in ſeinen ärgſten Erſchei-nungen, d. h. auch den Geiſt der Herrſchſucht und des Aufruhrs verdammt....“
6. „Die Kirche ſtellt die menſchliche Natur ohne Sünde dar, ſo wie ſie aus
den Händen Gottes in urſprünglicher Gerechtigkeit und heiligender Gnade hervorge-
gangen, und aus dieſem Grunde iſt ſie unfehlbar und dem Tode nicht unterworfen.Gott hat ſie auf Erden eingeſetzt, damit der Menſch, von der Gnade unterſtützt,welche Niemand verſagt iſt, ſich würdig und theilhaftig machen kann der Verdienſtedes Blutes, das auf dem Kalvarienberg für ihn vergoſſen, und indem er ſich frei-willig den göttlichen Eingebungen unterwirft. Mit dem Glauben wird er ſeine Un-wiſſenheit, mit der Geduld ſeine Schmerzen beſiegen, und mit der Hingabe den Tod:der Tod, der Schmerz, die Unwiſſenheit ſind dann nur noch da, um beſiegt zu wer-den durch die Hingabe, die Geduld und den Glauben.“
7. „Von dem Tage, an welchem die Geſellſchaft, ihre grundſätzlichen Beſtim-mungen der Vergeſſenheit übergebend, die Preſſe und die Tribüne, die Journaliſtenund die Vereine gefragt hat: Was iſt Wahrheit? was iſt Irrthum? von dieſem Tage
an hat ſich Irrthum und Wahrheit in allen geiſtigen Kräften verwirrt, iſt die Geſell-