Ausgabe 
12 (4.1.1852) 1
Seite
7
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

7

bedenkt, daß der letzte Zweck der Thätigkeit aller der verschiedenen Aemter die Ver-einigung der Gläubigen ist, so scheint die Kirche eine ungeheure Demokratie, imruhmreichen Sinne des Wortes, oder doch wenigstens eine, zu einem wesentlich volks-thümlichen und demokratischen Zweck gestiftete Gesellschaft. Das aber ist das Sonder-barste dabei, daß die Kirche alles wirklich ist, was sie scheint. In andern Gesellschaftensind diese verschiedenen Regierungsformen unter sich unverträglich, oder wenn sie sichdurch Zufall vereinigt finden, verlieren sie viel von ihrer wesentlichen Eigenthümlichkeit...."

Das Endresultat ihrer gegenseitigen Vereinigung würde ihre gegenseitige Vernich-tung seyn. In der Kirche allein, als in einer übernatürlichen Gesellschaft, treten sie inharmonische Verbindung, ohne von ihrer eigenthumlichen Reinheit und ursprünglichenGröße etwas einzubüßen. Diese friedliche Vereinigung von unter sich entgegenstehendenKräften, von Regierungsformen, deren einziges Gesetz, menschlich zu reden, der Kriegist, bietet das schönste Schauspiel, was die Annalen der Welt aufzuweisen haben. Wäredas Regiment der Kirche zu erklären, man müßte es eine ungeheure Aristokratie nennen,geleitet von einer mächtigen Oligarchie, in die Hände eines absoluten Königs gelegt,welchem eS obliegt, sich in beständigem Opfer für das Heil der Völker hinzugeben. DieseBegriffserklärung würde das Wunder der Erklärungen seyn, eben so wie der erklärteGegenstand das größte Wunder der Geschichte ist."

Wollen wir das Gesagte in wenige Worte zusammenfassen, so können wir ohneFurcht, durch die Thatsachen widerlegt zu werden, behaupten, daß der Katholicismusalle menschlichen Dinge in Ordnung und Uebereinstimmung gebracht hat, nämlich bezüg-lich deS Menschen selbst besteht diese Ordnung und diese Harmonie darin, daß der Katho-licismus den Körper dem Willen, den Willen dem Verständniß, das Verständniß aberder Vernuuft, die Vernunft dem Glauben und Alles dem christlichen Sinne unterworfenhat, welchem die Kraft inwohnt, den durch unendliche Liebe gereinigten Menschen inGott umzubilden. Bezüglich der Familie wollen wir damit sagen, daß durch den Katho-licismus die drei häuslichen Personen, gereinigt durch die zartesten Bande, zu einembestimmten Verhältnisse gelangt sind; rücksichtlich der Regierung aber, daß dnrch den Ka-tholicismus die Autorität wie der Gehorsam geheiligt, und die Tyrannei wie der Ausruhrfür immer verurtheilt sind. In Beziehung auf die Gesellschaft bedeutet es, daß durch denKatholicismus der Krieg der Kasten aufgehört hat, daß der vollkommene Einklang allergesellschaftlichen Gruppen begonnen; daß der Geist fruchtbarer Vereine dem Geiste derEigenliebe und der Vereinzelung gefolgt ist, so wie das Reich der Liebe dem Reiche desStolzes. Bezüglich der Wissenschaft und Kunst heißt es, daß durch den Katholicismus derMensch in den Besitz der Wahrheit und der Schönheit, des wahren Gottes und der gött>lichen Herrlichkeit eingetreten. Aus Allem also, was wir gesagt, geht hervor, daß mitdem Katholicismus eine übernatürliche Gesellschaft in die Welt gekommen, eine herrliche,vollkommene, auf Gott gegründete, von Gott bewahrte, von Gott beschirmte, welcherauf immer das göttliche Wort hinterlegt ist; welche der Welt das Brod des Lebens reicht,welche nicht täuschen, noch getäuscht werden kann; welche den Menschen die Lehren er-theilt, die sie von ihrem göttlichen Meister empfängt; welche das vollkommene Ebenbildder göttlichen Vollkommenheiten ist, daS erhabene , das vollendete Muster menschlicherGesellschaften....." (Schluß folgt.)

üm soAM 5<ttij?sZ in5 m»-, m m null »ja chuo- ?v«n SigvT S»niN

Ein deutscher Bischof )DieVolkshalle" bringt unS folgende merkwürdige Begebenheit:Wenu der Leibder Kirche leidet, wenn eS seinen Organen an Kraft fehlt, und der Kreislauf deSgöttlichen Lebens in ihren Gliedern gehemmt ist," sagt der ehrwürdige M. Th. RatiS-bonne in seinem Leben deS heiligen Bernhard,dann erscheint unerwartete Hilfe; derAbgesandte GotteS zeigt sich wie durch Zauber an den Thoren der Kirche, den Willen

!, '-!. > ^! ^gUiN^.TiS '»«U'.'IZN Sl?Mt(5. tNMllttNM??1iN . . iktsfll« n»<z> IN

") Die Furcht, der heiligen Demuth dieses Mannes nach dein Herzen Gottes zu nahe zutreten, hält uns ab, seinen Namen zu nennen. Der Name thut ja auch nichts zur Sache, und dieseWahrheit können wir verbürgen.