Zwölfter Jahrgang.
Sonntags-Weiblatt
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Januar M- 2.
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Hirtenbrief Sr. Eminenz des hochwürdigsten Herrn CardinalSund Fürstbischofs von BreSlau, Melchior v. Diepenbrock.
(Schluß.)
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Ja, Geliebte, ich nehme keinen Anstand, Ench auf die merkwürdigen Wortedes Apostels hinzuweisen, und Euch zu sagen: daß das Geheimniß der Bosheit,welches schon damals wirksam war (2 Thessal. 2, 7.), gerade in unsern Tagenwirksamer ist, denn je zuvor, daß das Werk des Widerchrists offenkundiger betriebenwird als je, und daß, wenn die heiligen Väter ehemals das römische Reich fürdasjenige Hinderniß hielten, welches nach dcS Apostels Andeutung den Sieg deSWidcrchristö noch aufhielt, wir jetzt, durch die Erfahrung belehrt, mit noch viel mehrGrund sagen können, weil wir's mit Augen sehen und mit Händen greifen: daß eSdaS Bestehen der rechtmäßigen Gewalt, der obrigkeitlichen Auctori«tät überhaupt ist, welches dem Siege des Weltverderbers noch Einhalt thut, unddarum auch von seinen Sendlingen und Wegbereitern so gründlich gehaßt, so heftigangegriffen und so unermüdlich unterwühlt wird.
Darum auch haben die Worte des Apostels: „Wer sich der Obrigkeitwidersetzt, der widersetzt sich der Anordnung Gotteö, und die sichwidersetzen, ziehen sich selbst die Verdammniß zu" (Mm. 13.), inunserer Zeit ein doppeltes Gewicht; denn der Widersetzliche tritt, bei nunmehrigeroffener Scheidung, bewußt oder unbewußt auf die Seite deS WiderchristS und wirdum Mithelfer und Werkzeuge für seine weltverderbenden Pläne. Hier ist Halbheitkaum mehr möglich, und das Wort des Apostels: „Wer auch nur Ein Gebot über-tritt, verschuldet sich an allen" t^Jak. 2, 10.), gilt in dieser Zeit zumeist von diesemGebots stjnüuü '. . - „ ,»s>?-.-c.i^'s s^.T sl!ü.!> °
Darum, Geliebte, weil wir in eine so verhängnißvolle Zeitcnstunde eingetretensind, ermähne ich Euch, zu beten, daß der Arm der rechtmäßigen obrigkeitlichenGewalt, der nach des Apostels Wort das Schwert führt im Dienste Gottes(Rom. 13, 4), nicht durch Gottes Zulassung und zu unsrer Strafe hinweggeräumtwerde (2. Thess. 2, 7.).
Lasset uns also beten für unsern LandeSvater und für seine Rathgeber, Helferund Diener in dem so sehr erschwerten Amte der Landesregierung, daß der Herr ihnenseinen guten Geist gebe von oben herab, der sie bewahre vor falschem Dünkel, fal-scher Sicherheit und falscher Halbheit, und sie lehre, in Demnth und Gottvertrauendie Heiligthümer der Menschheit hüten mit dem Scepter der Gerechtigkeit und demSchwerte der Gewalt, und bei kräftiger Niederhaltnng aller bösen Anschläge undFrevelthaten doch die wahre, gesunde Freiheit des Volkes achten und schützen undnur die Frechheit bändigen und das Verbrechen züchtigen.