Ausgabe 
12 (11.1.1852) 2
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gesegnetste Entwickelung wünschen und die unserer Leitung anvertrauten Gläubigenzur regen Theilnahme daran ermuntern, wie ich eS hiermit gethan haben will.

Und nun schließe ich diese Worte treuen Hirtenmeincnö mit der Ermahnung desApostels an Euch Alle:Seyd nicht ängstlich besorgt, sondern in allen Dingen lassetEuer Anliegen im Gebet nnd Flehen mit Danksagung vor Gott kunv werben. Undder Friede Gotles, der allen Begriff übersteigt, beschirme Eure Herzcn und EureSinne in Christo Jesu, UebrigenS, Brüder, waS wahr ist, waS ehrbar, waS gerecht,waS heilig, was liebenswürdig, was guten Namen macht, was irgend Tugend ist,was zur löblichen Zucht gehört, das beherziget" (Philipp. 4.); und betet mit mirund mit der Kirche Gottes:

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du Deine Herrlichkeit allen Völkern in

Jesu Christo geoffenbart hast, beschütze die Werke Deiner Barmherzigkeit, damit

Deine über die ganze Erde verbreitete Kirche mit unerschütterlicher Treue in

dem Bekenntnisse Deines Namens verharre, durch denselben Jesum Christum,

unsern Herrn. Amen!

(Folgt die Fastenordnung für das nächste Kirchenjahr.)

Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sey mit Euch Allen! Amenl

Gegeben zu Breslau , den 6. Nov. 1851.

Melchior.

Paintner, Secretär.

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Aphorismen anS einer Schrift des Marquis Donoso Cortes.

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10.Zwischen der katholischen Kirche und den übrigen auf Erden verbreitetenGesellschaften besteht dieselbe Entfernung, als zwischen den natürlichen und über-natürlichen, den menschlichen nnd göttlichen Ideen.... Daö Christenthum hat demMenschen die menschliche Gesellschaft aufgeschlossen, und als ob dieß noch nicht genuggewesen wäre, hat es ihm noch eine andere, viel größere und herrlichere Gesellschaftoffenbart, welcher eS in seiner Unermeßlichkeit nicht Gränzen und nicht Ende gesetzt:diese hat zu Bürgern die Heiligen, welche im Himmel triumphiren, die Gerechten,welche im Fegfeucr leiden, und die Christen, welche auf Erden kämpfen. . . . Wer,als Gott selbst, der die Liebe ist, konnte Denjenigen, welche dicßseitö kämpfen, begreif-lich machen, daß sie in Gemeinschaft mit Denjenigen stehen, welche im Fcgfeuer lei-den, und Denjenigen, welche im Himmel frohlocken? Wer anders, als Gott selbst,konnte durch ein Band der Liebe vereinigen die Todten und die Lebendigen, die Ge-rechten, die Heiligen und die Sünder? Wer anders, als Gott, eine Brücke schlagenüber diese Meere?"

11.Der Unterschied zwischen dem Pantheismus und dem Katholicismus bestehtendlich nicht daran, daß der Eine die Vergöttlichung deS Menschen läugnet, und derAndere sie behauptet: er besteht vielmehr darin, daß der Pantheismus behauptet,der Mensch sey göttlich von Natur, während der Katholicismus erklärt, daß er eSübernatürlicher Weise durch die Gnade werden kann. Er besteht darin, daß derPantheismus lehrt, daß der Mensch, als Theil des mit ihm verbundenen Gottes,ganz in diesem aufgegangen ist, während der Katholicismus lehrt, daß er selbst nachseiner Heiligung, d. h. nachdem er von der göttlichen Substanz durchdrungen, nochdie unverletzliche Eigenthümlichkeit seines eigenen Wesens bewahrt."

12. ...Der Mensch »nd die Wahrheit gingen getrennten Weges: der unbe-zähmbare Stolz jenes wollte sich der Unläugbarkeit dieser, wie bescheiden sie auchauftrat, nicht anbequemen, Gott mäßigte dann die Augenscheinlichkeit der Wahrheit,indem er sie mit einer durchsichtigen Wolke umhüllte, und schickte dem Menschen denGlauben. Indem er ihm den Glauben sandte, schrieb er ihm diesen Vertrag vor:Ich theile daö Reich mit dir. Ich sage dir, waö du glauben sollst, und werde dir