.ylwZ-»;!lM8 nMmi?.
lange Jahre hin, einen fast zu schweren ZinS (Procente) erlegen zu müssen, wel-chem sich obendrein sehr oft noch die andere peinliche Last beigesellt, daß die Dar-leiher im Durchschnitt — der geringen Vaarsummen halber — keine Aufkündfristbeobachten, sondern gleich ex abrupto, wie ein Blitz auS heiterm Himmel, ihr Geldwieder zurückfordern, ohne Rücksicht, ob die Kirchenverwaltung auch wirklich im Standesey, so schnell abzubezahlen; sie muß deßhalb — ganz natürlich — sich mehr oderweniger stets gefaßt halten, oder doch Hilfswege kennen, um den guten Kredit zubewahren. — Man spricht vielleicht im Stillen: „Ihr Missionäre, Ihr BischöfeAmerikas solltet doch an's alte, schlichte Gleichniß denken, das Euch der himmlischeLehrmeister selbst vorgab, betreff deS Mannes, der da ein HauS bauen will, und sichzuvor niedersetzt, und rechnet, wie viel die Kosten seyen" ic.: allein — so klug undweise und heilsam diese gemüthliche Mahnung an sich bleibt; so doch zeigt die steteErfahrung, daß sich weder Bischöfe noch Missionäre dort drüben an solche Wahrheitfesthalten, glatthin darum, weil sie nicht können, ohne dem nächsten Interesse ihresBerufes, dem Aufschwünge deS kirchlichen Lebens unter ihrer Heerde empfindlichenAbbruch zu thun, oc>er gar dauernden Schaden zuzufügen; denn — das gutgesinnte,katholische Volk daselbst hat seine eigentliche Stütze, seinen festen AnhaltSpunct insolchem Bezüge lediglich bloß im Bischöfe, dem der Missionär als Vermittler dient;— wenn Bischof und Missionär zagen, wanken, thatloS stehen, so fällt und stürzt —rascher, denn sonst — der kirchliche Sinn und Geist deS Volkes in Amerika zusam-men. Mit kurzen Worten gesagt: der Bischof, oder — in dessen Namen der Mis-sionär in Amerika muß bald möglichst eine Kirche bauen, muß hiezu Capitale auS-leihen, muß die Schuldenlast auf die Baute selbst legen, und muß Jahrlang ebenso schwere Sorge tragen, um endlich sie frei zu machen. Eine süße, eine edle, einevöllig himmlische Freiheit für ihn, für die Seinen, für die geweihte Braut deSHerrn I — Bei derartiger Sachlage darf es wohl kaum wundern, wenn selbst ausden großartigen Städten Amerikas herüber dieser und jener laute Nothruf geschiehtan die treuen Freunde dießseitS im deutschen Vaterlande; wenn Bischöfe und Missio-näre — fast in die Wette — alle guten Geister beschwören, um Hilfe zu bringen,
um--der Verzweiflung Einhalt zu thun! — Noth bricht Eisen; die Noth der
Bischöfe und der Missionäre ist zumal drängend allerwärtS, ist keineswegs bloß einepersonelle, d. h. für die materielle Eristenz, sondern eine universale, eine gemeindliche,eine katholische.
Sohin — was von der einen, ersten Classe der amerikanischen Missionäre gilt,gilt auch, und zwar in vielfältigem Grade, von der zweiten Classe derselben, d. i.von jenen, welche auf dem sogenannten Lande leben, — welche wandernde Apo-stel seyn müssen. — Der Landmissionär — von seinem Bischöfe ausgerüstet mit nam-haften, geistlichen Vollmachten, aber — statt deS Anfangs doppelt nothwendigenBaarvorschusseS, nur mit der ganzen Fülle deS apostolischen Segens, wie mehr denndoppelt noth thut; — also, der Landmissionär zieht zu einer der angewiesenen Ge-meinden hin, und schlägt seinen Sitz auf im nächstbesten Farmerhause, daS ihn gast-lich bewillkommt; der einfache Tisch der Familie ist der seinige auch; die Liegerstättebereitet ihm die sorgliche Hausmutter dort in irgend einer noch freien Ecke deS Zim-mers, manchmal nur auf glattem Boden, wo Strohsack und Wollteppich oder der-gleichen die ganze Herrlichkeit ausmachen; ein Linnentuch, von oben herab gehängt,sondert den geistlichen Gast von dem übrigen Hausvolke, das gewöhnlich — ausMangel anderer Localitäten — in demselben Gemache sich zurecht findet. — Alsbaldam nächsten Morgen schaut der Missionär sich um: ob der Farmer selbst, oder einNachbar irgend eine Scheune, eine Tenne besitze, zur Abhaltung deS heiligen Gottes-dienstes; — glückt der Fund, desto besser; — sonst übriget freilich nichts, als sichdes gastlichen Familienzimmers zu bescheiden, und dort — statt des LagcrS — dieheilige Altarstätte aufzuschlagen; wie denn? ganz einfach — entweder durch Hinord-nen des Tisches, oder durch Uebereinanderstellen zweier Kisten, welche die HauS- undLeiogeräthe der Familie herüberbrachten, oder endlich durch Einbohren von ein paar