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den AlltagSweftn, mit ihrer Gleichgiltigkeit gegen Welt und Zeit dem muntern, auf-geweckten, liedervollen Italiener gegenüber und laßt euren eigenen Verstand, eureeigene bessere Einsicht wählen. Wir sind noch unergründlich gutmüthig, so voll Ver-trauen auf eure deutsche Gerechtigkeit, daß wir euch das Endurtheil in die Händegeben. ES wird selbst im schlimmsten Fall dahin lauten: „Dumm ist der katholischeItaliener nicht!" Und nach diesem Urtheile hoffen wir in Zukunft Eure Journalartikelabgefaßt zn lesen. Man kann dumm seyn in allen Consessionen und nur der Dumm-kopf wirft die Dummheit als Anklage auf den Katholicismus. So lange der Freitagbei euch ein Unglückstag ist, so lange die schwarze Farbe euern Trauungen bei zu-fälliger Begegnung böse Bedeutung hat, so lange die Zahlen 11 und 13 bei TischeTodeswürfel in euren Kreis schleudern, so lange Tische prophezeien und euch erschrecken,klopfet auf eure abergläubische Brust und thut Buße! In katholischen Ländern lachtman über solchen Aberglauben. Einer trage die Last des Andern, dann hat keinerdem andern viel vorzuwerfen. Gehabt euch wohl auf Wiedersehen!
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Salzburg
Salzburg. Vom hochwürdigsten Herrn Fürsterzbischof wurde ein Hirtenschrei-ben betreffs der Pastoralconferenzen erlassen. Es beginnt: Maximilian Joseph ,durch Gottes Erbarmung und des apostolischen Stuhles Gnade Fürsterzbischof vonSalzburg, I.6Zstu8 nstus desselben heiligen Stuhles, Primas von Deutschland ,Doctor der h. Theologie zc. zc. Dem ehrwürdigen Seelsorgs-KleruS dieser ErzdiöceseHeil und Segen in Christo dem Herrn. In dem Schreiben, mit welchem ich Euch,geliebte Brüder und Mitarbeiter im Dienste des Herrn! beim Antritte meines Ober-hirteuamtes begrüßte, habe ich meine Ueberzeugung ausgesprochen, daß gründliche,wissenschaftliche Bildung für den Priester, zumal in unsern Tagen, unerläßlichesBedürfniß sey. Hinweisend auf die Verbreitung irriger Grundsätze und den Stolzeiner dünkelhasten Weisheit, der nur durch die Waffen eines gründlichen Wissens,wenn nicht zur Ueberzeugung, so doch znm Schweigen gebracht werden kann, habe ichEuch im Herrn ermähnt, zu wachsen in der Wissenschaft Gottes und Euchzu rüsten, „auf daß Ihr bereit seyd, Jedem, der es fordert, Rechen-schaft zu geben von der Zuversicht, die Euch belebt." Und da das Wissendes Einzelnen gefördert und geläutert wird durch den Austausch seiner Gedanken mitVielen, und da es das Gedeiben der Seelsorge verlangt, daß sie einverständlich undgleichmäßig geübt werde, so habe ich Euch aufgefordert, Konferenzen zu halten undnähere Weisungen hierüber in Aussicht gestellt. — Mit innigem Danke gegen Gott,der mir diesen Trost verleiht, kann ich Vielen aus Euch, geliebte Brüder! das Zeug-niß geben, daß mein Wort willige Aufnahme und freudige Beachtung gefunden, daßsie, ohne im seelsorglichen Berufe zu ermüden, ibre Erholung am liebsten in ihrergeistigen Forlbildung suchen, den Gefahren geschäftsloser Stunden hiedurch begegnen,und wo ihnen hierzu Gelegenheit geboten wird, ihre Erfahrungen gemeinnützig machen.Mit Befriedigung habe ich auch von den in einigen Decanaten abgehaltenen Pastoral-Conferenzen Kenntniß genommen, und würdige gebührend den Fleiß, mit dem sie,aller damit verbundenen Opfer ungeachtet, besucht wurden. — Damit jedoch die Vor-theile deS einsamen Studiums und der gemeinsamen Berathung möglichst allgemeinwerden, ersteres eine einheitliche Richtung, letztere eine gleichmäßige Leitung erhalte,und mir zugleich Gelegenheit geboten werde, in dieses Streben genaue Einsicht zunehmen, und den Fleiß nach Kräften zu belohnen, halte ich eS nunmehr für meinePflicht, jene Weisungen zu ertheilen, durch welche, so weit dieß amtlich geschehenkann, der Eifer für gleichmäßige theologische Fortbildung gefördert und geleitet werdensoll. Damit Niemanden hiedurch ein Joch aufgebürdet werde, daS er nicht zu tragenvermöchte, oder welches das seelsorgliche Wirken beeinträchtigen würde, war eS seitdem Antritte meines OberhirtenamteS mein angelegentliches Bemühen, was ich damals