Ausgabe 
14 (5.3.1854) 10
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als bevorstehende Anordnung angekündet, mit jener Sorgfalt abzuwägen, welche dieRücksicht auf OrtS-, Zeit- und Personen-Verhältnisse erfordert, um mit den einfach-sten, bereits kirchlich üblichen Mitteln zu dem Ziele zu gelangen, daß in allen meinengeliebten Mitarbeitern die Worte des Herrn bei dem Propheten MalachiaS zur Erfül-lung kämen:Lsdia 8äoerclotis eugtoclient seientigm, et le^em reczuirent ex ore ejus,czuis sngelu8 Oomini exereituum est," und so von einem Jeden das trostreicheZeugniß gelte:I^ex veritätis kuit in ore e^us, et iniczuitss non est invents in laliiisejus; in psoe et in geczuitste »mdulavit mecum et multv8 svertit »o ini<zuitate."Die in dieser Absicht zu erlassenden Anordnungen betreffen: ^. Die Pastoral-Con-ferenzen. K. Die Prüfungen zur Approbation pro eura snimsrum. Die Bedin-gungen der DispenS von Wiederholung der Pfarr-Concurs-Prüfung, Worüber ichim Nachstehenden die besonderen Verfügungen mit der Ueberzeugung bekannt mache,daß ihre unverbrüchliche Beobachtung dem getreuen Arbeiter eben so leicht, als seinemWirken förderlich seyn werde. (Folgen die Verfügungen.)

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Die Mission in Teisendorf , Landgerichts Laufen.

k Jn Teisendorf wurde vom 4. bis 14. Febr. d. I. durch sieben hochwürdigePatres Redemptoristen aus Altötting und VilSbiburg eiue heilige Mission gehalten.Der hochwürdige Pfarrer daselbst, Titl. Herr geistlicher Rath und Dechant JosephReichthalhammer, der seit sechsundzwanzig Jahren unterstützt von vielen eifrigen HilfS-priestern mit Wort und Beispiel, in Liebe und Ernst die Seelen seiner großen Pfarr-gemeinde weidete, kündigte in der NeujahrSpredigt die heilige Mission seinen überrasch-ten Zuhörern an. Diese Nachricht brachte anfänglich verschiedene Wirkunzen hervor.Die frommen, eifrigen Pfarrkinder bei weitem die größte Zahl frohlockten dar-über, und konnten die Tage des Heiles in ihrer Seelenfreude kaum erwarten, wäh-rend die Vorurtheile eines kleinen Häufleins mancherlei Zweifel und Abneigung zuverbreiten suchten. Die Tage des Heiles kamen, und die Missionäre fingen an zuwirken. Mit jedem Tage widerlegten sich die Zweifel von selbst, und an die Stelleder Abneigung Einiger trat ein allgemeiner frommer Eifer. Viele wußten selbst nichtwie ihnen geschah. Manche kamen aus Ncugierde, und gingen fürs Gute entflammtfort, Sie kamen, um etwas zu tadeln, und kehrten als Vertheidiger des Gehörtenzurück. Sie wollten nur eine, zwei Predigten hören, und meinten daran genug zuhaben, und statt dessen wurden sie so mächtig angezogen, daß sie wieder und wiederkamen. Die Missionäre verkündeten aber auch mit einer Wärme und Ueberzeugungdie wichtigsten und erschütterndsten Wahrheiten, daß es nicht möglich war, kalt zubleiben, besonders, wenn man nicht etwa blos eine Predigt hörte und beurtheilte,sondern die Mission in ihrem ganzen Zusammenhange verfolgte.

Zwar wer nur süßelnde Reden erwartete, wer an Predigten gewohnt war odersich wünschte, die nicht zn laut zum Gewissen sprechen, der fand sich getäuscht, dennda gab eS keine Verblümung. Der Sünder mußte seinen Zustand beim rechten Namenhören, er mußte in den schauerlichen Abgrund zu seinen Füßen hinunter schauen, undmochte er auch die eine oder andere Predigt nach Inhalt oder Vortrag eine fürchter-liche nennen, sv mußte er doch sagen: Sie ist wahr und nichts ist übertrieben, wennich die Sache ruhig überlege, und mein Gewissen frage. Hatten die einen Predigtendas Gemüth tief erschüttert und eine heilige Unruhe heraufbeschworen, so waren dieandern wieder ein heilender Balsam. Sie klangen so wohlthätig zum Herzen, siegruben sich so tief hinein, sie waren eine Erquickung für das Ohr und die Seele.Das Auge wurde feucht ob der sanften Liebe, ob der Himmelssehnsucht, die auSihnen sprach und gewiß in jedem Herzen einen unvergeßlichen Eindruck zurück ließ.Wer z. B. die Predigt vom Himmelreiche, die KreuzeSpredigt hörte, ist gewiß nachdem Wunsche des begeisterten Redners krank geworden am Heimweh nach dem Him-melreiche, und keine Leidenschaft konnte es geben, die in jenen Tagen nicht schwieg.