Ausgabe 
14 (5.3.1854) 10
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Gewiß alle haben sich aufs neue unter die Fahne des Kreuzes gestellt, und es wurdeein Sieg gefeiert, den nur die Engel des Himmels zu schätzen wissen.

AlSdaun wie rührend waren die Generalcommnnionen! wie herzlich die Anspra-chen der begeisterten Missionäre vor und «ach denselben! nnd gewiß Hunderte mag esgegeben haben, die noch nie oder wenigstens schon lange nicht mehr so gerührt, sovorbereitet, so eifrig, so liebeswarm die heilige Communion empfingen, wie dieseSmal.

Halten die Missionäre schon durch ihre Vorträgt, durch ihren Seeleneifer imVeichlstuhle die Herzen der Meisten mächtig erschüttert und gewonnen, so erreichte dieMission ihren Glanzpunct, als am fünften Tage der geliebteste Oberhirt, der hoch-würdigste Herr Erzbischof von München -Freistng, begleitet vcn Till. Herrn GeneralvicarDr. Windischmann, zur allgemeinen Freude unv Ueberraschnng kamen, und mit rast-losem Eifer an der Mission bis zum Schlüsse mitwirkten. Von der frühesten Morgen-stunde bis in die spüle Nacht hinein saßen diese beiden hohen Herren zur Beicht, undheilten durch ihre Milde und Sanflmuih die Wunden so vieler reumüthigen Sünder.Dreimal predige Seine erzbischöf.iche Excellenz selbst, und o halte diese Ermahnungenseines glaubenSfcsten und liebeswarmen Herzens seine ganze große Heerde gehört,gewiß wären auf diese seeleneifrige Hirtenstimme tausend Verlorne zurückgekehrt!

Mußte nicht bei einem solchen Zusammenwirken der schönste Erfolg erzielt wer-den? Die schone Ordnung während der ganzen Zeit, das zahlreiche Zusammenströmenvon allen Seilen trotz der ungünstigsten Witterung, der Eifer, der auf jedem Gesichtezu lesen war, verkündete schon während der Mission, daß hier das Wort GotteS eingutes Erdreich gefunden hatte, unv wer nur ein paar Stunden zur Beicht saß, derüberzeugte sich, baß man mit ganz anderer Erschütterung, Vorbereitung und Ernst zurBeicht kam, alö cS leider sonst zu geschehen pflegt.

Was hat wohl diesen allgemeinen Eindruck hervorgebracht? Gewiß nicht diePredigten allein, nnd wenn sie auch noch so meisterhaft gewesen wären; denn einzelngehalten, würden sie höchstens bewundert und gelobt worden seyn. Auch nicht dieGelegenheit, der Eifer im Bcichthören, denn darüber konnte sich die PfarrgemeindeTeisendorf nie beklagen. Was diesen wohlthätigen Eindruck bewirkte, war dieheilige Mission in ihrem ganzen Zusammenhange, nämlich: das zusam-menwirkende und sich gegenseilig unterstützende Gebet, der Wetteifer, der sich täglichmehr entflammte, besonders die Gnade Gottes, die vorzüglich auf der Mission ruht,verbunden mit den bestürmenden Ermahnungen, mit den unwiderstehlichen Zusprächender Missionäre nnd der sonst mitwirkenden Priester. DaS Alles muß man sehen undfühlen, beschreiben läßt es sich nicht.

Wenn auch Einzelne dennoch die Dauer der Früchte in Zweifel ziehen, derErfolg wird zeigen, daß hier Wunder der Gnade geschehen sind. Sollten auch nichtAlle bekehrt seyn und bekehit bleiben, so wird dieses nicht die Schuld der Missionseyn, uud wer deßwegen das Wirken der Mission in Zweifel ziehen wollte, der müßleauch die Mission Jcsuö als verfehlt erklären, da sogar dieser göttliche Heiland nichtAlle bekehren konnte, sondern jenszcn mußte: Wer Ohren hat zum hören, derhöre! Für Teisendorf ist Großes und Schönes geschehen, uuo der hochwürdigePfarrvorstand, in dessen Auge man so oft die Thränen der Rührung und Scelensrcuveerblickte, hat dadurch seiner Pfarrgemcinde einen neuen Beweis gegeben, wie wahrhastlieb sie seinem Herzen ist. Er hat dadurch die Liebe Aller gewonnen, die einer Liebesähig sind. Die Mission hat ihm kein Herz entfremdet, sondern alle Herzen zurück-geführt. Möge sein väterliches Herz noch lange die Früchle dieser HeilSlage genieß«»,und die stete Liebe der Heerde die Liebe ihreö Hirten lohnen!

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