Ausgabe 
12 (1.2.1852) 5
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meine Vertrauen würde einer Familie zugewendet werden, die der Ehre und Achtungeinige Opfer zu bringen weiß."

Charlottens Augen wurden belebt, während sie sprach; man las in ihnen alleedlen und großen Gefühle, von denen ihre Seele erfüllt war, und die Ihrigen ganzstille geworden, schienen die Autorität dieser Stimme zu fühlen, die gewöhnlich sobeschnren und demüthig klang, sich aber im Namen der Tugend und Ehre laut er-heben konnte.

Charlotte hat Recht," sagte endlich Henriot.

Dieses Wort erweckte in seiner Frau den Geist deSspruches, wovon sie einen so großen Theil empfangen hatte

Charlotte hat Recht! Wie erkenne ich dich darin!" rief sie.Der Vorschlageines KindeS verwirrt deine Sinne, und um ihr zu gehorchen, bist du bereit, unsereArmuth an den Straßenecken zu veröffentlichen I Ist daS denn daS Mittel, daS öffent-liche Vertrauen wieder zu gewinnen, wenn wir allen Menschen unsere bedrängte Lagebekannt machen? Verblenden, täuschen, daS ist das große Mittel, unsern Credit zusichern; und was auch deine Meinung sey, ich erkläre hiermit: ich werde nicht zu-geben, daß Charlotte die Ungeschickte und Dumme im Comptoir spielt; ihre Diensteim Hause will ich ebenfalls nichts auch mag ich nichts davon hören, daß meineKinder auf ihre Kosten erzogen werden sollen, und endlich sehe ich nicht, wie manunsern Tisch vereinfachen könnte--"

Dennoch ... ."

"Weder ob,'noch aber, noch dennoch! Ich habe mein letztes Wort gesprochen."Ein unvermeidlicher Fall____«

Nun wohlan! der Vorschlag Charlottens, uns als Bettler zu schildern, wird

uns an den Bettelstab bringen!--" , - /^"i.nn'in

Einige Einschränkungen

In Schwefelhölzern.---Sprich mir nicht mehr von solchen Ungereimt-heiten."

Vater," rief Charlotte, auf's Aeußerfte getrieben,verzeih, wenn ich aufmeiner Bitte verharre; glaube mir, nur da ist Heil für uns, die einzige Rettung!Ich beschwöre dich, entziehe dich nicht diesen leichten Opfern, die, wenn auch nichtunser Vermögen, doch unsere Ehre retten werden!"

Aber wirklich, mein Kind, eS ist sehr hart____«

Ach, lieber Vater, härter wird eS seyn, unsern guten Ruf zu verlieren undNiemanden Mitleid einzuflößen.... Das wird daraus erfolgen.... Wenn unsereOpfer und Bemühungen wenigstens die rechtlichen Leute zu unsern Gunsten stimmen. . . . Verzeih', daß ich nickt nachlasse; noch EinS: eS handelt sich um unser Geschäft,das vom Vater meiner Mutter auf uns übertragen ist---"

Das ist mehr, als ich zu hören vermag," rief Frau Henriot wüthend aus;ich trete zurück vor den schönen Phrasen des Fräuleins!"

Ach, Mutter, verschließe dich nicht meinen Bitten; um die Zukunft meinerGeschwister handelt eS sich----"

Sie sprach vergebens; die Stiefmutter hatte das Zimmer verlassen und die Thürheftig zugeworfen. Ihr schmacher Mann eilte ihr nach, und die untröstliche Charlottesah daS Unglück ihrer Eltern unvermeidlich.

(Fortsetzung folgt.)

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Jerusalem.

UllI

In dem jüngsten Missionöberichte der ehrwürdigen P. P. Franciscaner im hei-ligen Lande sind folgende zwei Schreiben (hier auS dem Lateinischen übersetzt) ent-halten, I. Schreiben deS hochwürdigsten P. Custos vom heiligen Landean Seine fürstliche Gnaden den hochwürdigsten hochgebornen Herrn