Zwölfter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
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2s. Februar ^. 8. 1852.
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Die Bibliothek eines Landgeistlichen.I.
Nothwendigkeit derselben.
Wenn die Kirche noch einmal auf dem europäischen Boden ihren Triumphfeiern soll, so kann derselbe nur ein geistiger seyn. Ohne Hilfe der materiellen Macht,welche im Mittelalter als Werkzeug der Kirche diente, muß dieser Sieg erfochtenwerden, rein durch die Gewalt der Wahrheit und der Liebe. Möglich ist dieserSieg, denn auch daS römische Reich wurde ohne Waffengewalt besiegt; nothwen-dig ist er, denn die Kirche muß retten, waS sie retten kann; ja sogar wahrschein-lich ist er, denn an allen Orten regt sich eine neue Streitkraft des Glaubens undder Liebe, wahrend im Heerlager der Welt düstere Schwermuth, finsteres Pläne-schmieden oder bacchantische Lustigkeit überHand nehmen. Die Schwüle der Zeit wirdallgemein gefühlt. Es ist als ob es in der Luft läge. Ja, wir dürfen eö hoffen,freudig hoffen; Gott hat die Wurfschaufel in die Hand genommen, um seine Tennezu reinigen, und eS fließt in demselben Grade der Strom seiner Gnade mächtiger,als die Zeit der Entscheidung näher rückt.
Nun ist eS aber eine allgemein bekannte Sache, daß der Sieg der Kirche nichtdurch die Orden allein, sondern hauptsächlich durch die Weltgeistlichkeit erfochten wer-den muß; denn der Sieg der Kirche ist nicht eine augenblickliche Anstrengung, woraufRuhe folgt, sondern das mächtige Aufblühen eines BaumeS, der über seine Umge-bung hinaus Aeste treibt, und immer größere Kraftfülle erlangt und nöthig hat, umsich in seiner Stellung zu erhalten, unv die entsprechende Masse Früchte zu erzeugenund zu tragen. Die Orden sind zum Theil leichte Reiterei für den Vorpostendunst,zum Theil schweres Geschütz für den FestungSvienst; die eigentliche Kernmasse desHeereS, welche die Schlacht entscheidet und die Eroberung behauptet, daS ist dieWeltgeistlichkeit, die Generäle sind die Bischöfe, der Felvmarschall ist ter Papst.
Wo eine Macht ist, da muß sie herrschen; sie kann gar nicht anders als herr-schen. Eine Herrschaft aber, welche keine Macht ist, zerfällt Soll die Kirche herr-schen, so muß eS vorzüglich durch den Glauben und die Liebe der Weltgeistlichengeschehen; denn diese haben den regelmäßigen Dienst, sie sind die ordentlichen Arvei-ter, und haben darum die ganze Wucht deS Kampfes auszuhalten, die Last undHitze deS TageS zu tragen. Aber eben darum ist ihnen auch eine größere Kraft,eine unbeugsame Ausdauer nöthig.
Der OrdenSmann kommt; er ist eine ungewöhnliche Erscheinung, sein Kleidflößt Ehrfurcht ein; man ist begierig, ihn zu hören, man merkt auf seine Rede; seinernstes Wort schneidet tief ein, weil man, besonders heut zu Tage, gewohnt ist, inden Ordenöleuten Männer von tiefer Frömmigkeit zu verehren. Nach wenigen Tagen