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Arbeiten wird ganz zu Werken der Frömmigkeit und Wohlthätigkeit verwendet. IhreHände und ihre Thüren sind nie geschlossen, alle geistig und leiblich Bedrängtennehmen sie auf. Zu Briquebec haben sie ein Local für arme Fremde, ein Spital,eine Schule und wie überall arme Nachbarn. Der Präfect de Tanlay sagt in einemBericht von 1850, diese Abtei habe sehr viel zur Entwicklung deS Ackerbaues beige-tragen, und der Maire von Caen sagt, sie verdiene die Unterstützung nicht nur der-jenigen, welche ihr geistliches Wirken schätzten, sondern Aller, die sich für das Schicksalder Unglücklichen und das Fortschreiten der Civilisation interessirten.smmaZ chL SjMK na? ,»» Sr.-.».. .,-> it»ii«nz ".SniÄ. S»«nv
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Das Mechitharistenklofter in Wien .
Die Wirksamkeit dieses Klosters auf daS Leben und die Literatur orientalischerVölkerstämme ist unberechenbar. Würde irgend eine Akademie für gutes Geld nurden zehnten Theil von dem leisten, waö diese anspruchslosen Mechitharisten auf eigeneFaust thun, so würde die Lobposaune ohne Unterlaß darüber geblasen werden. MitHunderttausenden von Exemplaren ausgezeichneter Werke in Geschichte, Geographie,Theologie, Philosophie, Physik, Mathematik u. s. w. werden die asiatischen Armeniervon Seile dieses Institutes versehen. DaS Kloster ist eine tüchtige Schule und hatSchriftsteller, Setzer, Drucker und zugleich daS Speditionsgeschäft in den Orient imBereiche seines Wirkens. Unter den Mitgliedern deö Klosters gibt eS höchst begabteKöpfe, und mancher aufgeblasene Zierbengel, der einen bebarteten Armenier über dieAchsel ansieht, würde beschämt abtreten müssen, wenn er sich not» dens in deut-scher Sprache, mit einem oder dem anvern armenischen Schriftsteller deS Mechi-tharisten-OrdenS in eine DiScussion über die deutsche Literatur, ja auch über diedeutsche Philosophie einlassen möchte. Und diese großartige Mission zur Cultur deSOrients erfüllen die Mechitharisten mit eigenen Gelbmitteln, mit ihrer Druckerei undihrem Bücherhandel in den Orient. Sie haben fast von keiner Seite her eine Unter-stützung. In ihrem Kloster leben sie in strenger Disciplin, und in ihrer Schule (ihreZöglinge sind fast durchgehendS junge Constantinopolitaner) zu Wien herrscht einewissenschaftliche Regsamkeit und eine Thätigkeit der Schüler, wie solche in einemweltlichen Institute oder in einer Staatsanstalt gewiß selten anzutreffen sind. Andiesem Institute, welches ohne Aufsehen so Bedeutendes leistet, geht daS Sprichwortin Erfüllung: Waö wächst, macht keinen Lärm.
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Knriosum. A
Ein Herr, welcher sich daS Vergnügen machte, bei gelcgenheitlichen Zusammen-künften über Tisch immer über die „unpraktische Wissenschaft" und das unnütze Spe-culiren und Lernen sich lustig zu machen, betrat einmal daS Wohnzimmer eines Dorf-CaplanS, um an denselben gewisse alljährlich wiederkehrende Fragen zu stellen. DerCaplan hatte ober seinem Bücherkasten auf Pappenstiel die Worte aufgeschrieben: „DieWissenschaft (ohne Liebe) bläht auf." Darob freute sich nun der besuchende Herr überalle Maßen. Der Caplan aber öffnete die Flügel deS Bücherkastens, und darin standwieder auf einem Pappenstiel: „Die Unwissenheit ohne Liebe bläht noch mehr auf."Da sagte nun der erschrockene Herr etwas ärgerlich: „DaS ist ja eine Entgegnung,eine Verspottung der Worie des heiligen Apostels." Der Caplan erwiderte ihm: „Onein. WaS der heilige Paulus gesagt hat, bleibt wahr — waS aber da drinnensteht, ist auch wahr; — denn Alles, was Paulus gesagt hat, ist wahr — aber nichtAlles, waS wahr ist, hat Paulus gesagt; und wenn der heilige Apostel jetzt da vormir stünde, ich weiß gewiß, er würde mir nicht Unrecht geben."
Berantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Juhaber: F. E. Kremer.
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