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Menschen ungemein erhebend wirkt, so wird der Eindruck ein unwiderstehlicher, wennman die Hingebung und den apostolischen Eifer betrachtet, welchen die PatrcS Mis-sionäre sowohl als unser Hochwürdigster Herr Bischof auf der Kanzel wieim Beichtstühle entfalten Letzterer erfreut unS mit seiner Gegenwart seit Freitag den13. d. M., an welchem Tage er unvermuthet auf der Eisenbahn Abends in BenS-heim eintraf, sogleich zur Kirche eilte und seine Freude, dieselbe so voll von Andäch-tigen zu finden, unverhohlen ausdrückte. Seitdem ist der gefeierte Oberhirt uner-müdlich thätig und weilt von Morgens fünf Uhr an bis zum späten Abende imBeichtstuhle. Ja, schon am frühen Morgen, lange vor Tagesanbruch ist unserGotteshaus mit frommen Betern erfüllt, welche dem Meßopfer, das auf drei Altärenzugleich gefeiert wird, andächtig beiwohnen, während Andere die Beichtstühle, sechsan der Zahl, umlagern. — Gestern Abend, nach der ergreifenden Predigt deö PaterRoh über die feierliche Abbitte, trat der Hochwürdigste Bischof, umgeben von zwölfPriestern, die sich überhaupt sehr zahlreich an der Mission betheiligen, zum Allareund betete zu Gott um Nachlaß der vergessenen Sünden und Vergebung der unwür«digen Communionen, ein Act, der alle Anwesenden auf das Tiefste rührte underschütterte und der ganz dazu geeignet war, sich für immer dem Gedächtnisse einzu-prägen. Heute sind unsere Jungfrauen eifrig beschäftigt, die Feier zu Ehren derMutter GotteS durch Ausschmücken der Marienbilder u. s. w. zu verherrlichen undwerden dieselben auf gleiche Weise dazu beilragen, den Schluß der Mission, die Auf-richtung deS MissionSkreuzeS nämlich, zu verschönern, Diese Schlußfeierlichkeit findetnächsten Sonntag auf unserm Kirchhofe statt und läßt sich mir Bestimmtheit voraus-sehen, daß die herbeiströmende Menschenmenge eine sehr bedeutende seyn wird. Bereitshaben sich sechzig Jünglinge gemeldet, welche daS dreißig Fuß hohe MissionSkreuz anden Ort seiner Aufrichtung tragen werden. — Nach Allem, waS wir bis jetzt wahr-genommen, dürfen wir von dieser Mission die schönsten sittlichen Früchte erwarten,eine Hoffnung, die nur um so fester wird, wenn man die Aeußerungen der hohenZufriedenheit mit dem bisherigen Erfolge der Mission auö dem Munde unseres Hoch-würdigsten Oberhirten und der PatreS Missionäre zu hören bekommt. (M. I.)
Mission in Neuß.
Neuß, 2V. Febr. kmis eoronat opus. Dieses müssen wir auch von der am 15. d.geschlossenen hiesigen Mission sagen. Der Schluß hat ihr die glänzendste Krone aufgesetzt.Nach dem Vorgange vom 13., wo wegen Ueberfüllung der Kirche die Abendpredigt aus-gesetzt werden mußte, war festgestellt worden, die Schlußrede nach der Einsegnung deSMissionSkreuzeS im Freien zu halten, und der Erfolg hat diese Vorsicht gerechtfertigt.Gewiß mehr als fünfzehn tausend Menschen waren auf dem geräumigen Platze, südlichvon der Kirche, wo auf colossalem Felsenblock das MissionSkreuz den frommen Gläubigenzur Andacht und zu frommem Gebete ladet, versammelt. Als lauschte die Natur mit derfrommen Schaar der Gläubigen dem begeisterten Worte deS hochwürdigen P. Haßlachcr,regte sich auch kein Lüftchen, und jedes Ohr hing an seinem Munde. Doch diese feierlicheStille unterbrach sein Lebewohl, dieses durchschnitt so die Herzen der Zuhörer, daß sie sichdurch Thränen und Schluchzen Luft machen mußten. Aber diese Thränen waren der be-fruchtende Regen für die heiligen Entschlüsse, welche während der heiligen MissionSzcitgefaßt worden sind; die herrlichen Früchte, die mit jedem Tage zum Vorscheine kommen,geben hievon die schönsten Beweise. — Neuß wollte die frommen Väter nicht scheidenlassen, ohne ihnen, wenn auch nur in schwachen Zügen, seine Verehrung, Liebe und Dank-barkeit zu bezeigen, darum erschien nach dem Schlüsse der Mission eine zahlreiche Depu-taten aus seiner Mitte und überreichte ihnen eine auf Seide gedruckte Adresse, der dasdankerfüllte Herz die Sprache gegeben, und den Schluß machte der hiesige sieggekrönteGesangverein mit mehreren herrlichen Liedern. Neuß hat sich bewährt alö treue Tochterder heiligen katholischen Kirche. (D. V. H.)
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