Ausgabe 
12 (7.3.1852) 10
Seite
79
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

79

mit dem Neuen in zweckmäßige, jede Einseitigkeit vermeidende Verbindung gebrachtwird. Nun aber haben gerave manche Dogmatiker der neuern Zeit mit der Vergan-genheit so entschieden gebrochen, daß der Katholik nicht mehr befriediget wird. Esist daher immerhin für den, der der katholischen Literatur der letzten Zeit größereAufmerksamkeit zu schenken Muße und Kräfte hat, rathsam, etwas vorsichtig zu seyn.Indessen hat er an Klee, Kühn, Dieringcr, Staudenmaier für die Dogmatik unddas speculative Verständniß der Dogmen, und an Möhler für die Symbolik tüchtigeFührer und verläßliche Lehrer. Der Priester ist ferner verpflichtet unter einer schwe-re» Sünde, die katholische Moral vollständig inne zu haben, und zwar nicht etwa,waS überaus leicht ist, in einigen allgemeinen Grundsätzen, sondern in ihren speciel-len positiven Bestimmungen. Was müßie man daher zu einem Geistlichen sagen, indessen Bibliothek nicht einmal eine zuverlässige Moral und Casuistik sich fände?Der große Lehrer de.r Moral, der heilige AlphonS von Liguori, sollte keinem Geist-lichen unbekannt seyn, und wenn auch nicht seine große Moral, sollte doch wenig-stens der domo spo8tolicus, oder die treffliche Bearbeitung deS heiligen AlphonS vonNeyraguet in der Bibliolhek deS Priesters sich finden. ' In der Diöcese Briren undwohl weit über ihre Gränzen hinaus hat die Moral Stapfe» in lateinischer und deut-scher Bearbeitung sich eingebürgert und ein Ansehen erlangt, wie nicht leicht einanderes Werk gleicher Art, mit Ausnahme dessen von Liguori. Ihr fortwährendesStudium dürfte für den Landgeistlichcn genügen; doch wird es immerhin auch gutseyn, in den Schriften des heiligen AlphonS von Liguori fleißig nachzulesen, in Hin-sicht auf gewisse Materien auch ein oder das andere der neuesten Moralwerke vonFuchs, Probst und Hirscher zu studiren.

(Schluß folgt.)? chuv nin? isi__

^llkk^isültz 5i0 ,5,nf -,',!jk I^Sl ^MnchK !I?

MZÄ N o m»

lN<jl ,in sjusimÄ MMü'!l!2(IIsto

»kZiitt 'I<ji. ÄchiiR Mztfzc!

rv?zS iillr, ?omz tchin ,cknr,i<>!>G

sr^M rttisU li?Z^7Z n'-'lzs

Rom, 30. Jan. Das Ponlificat Pius IX. wird wie durch manche anderezum Wohls der streitenden Kirche getroffenen Maaßregeln, so auch besonders durchdie Beförderung der Ehre, welche der triumphirenden Kirche auf Erden erwiesen wird,ausgezeichnet seyn. Die Processe der Seligsprechung vieler Diener und Die-nerinnen GotteS sind unter ihm bedeutend vorangerückt, einige beendigt, andere demEnde nahe. In einer am 27. dieses Monats gehaltenen Eongregalion wurde dieFrage gestellt, ob in Folge der, wie ich Ihnen jüngst meldete, beendigten Untersu-chungen über den Martertod und die Wunder deS ehrwürdigen Johannes de Britto aus der Gesellschaft Jesu zur feierlichen Seligsprechung vorangeschritten werden könnte;eine Frage, welche wenigstens beim gewöhnlichen Verlaufe der Dinge keiner Schwie-rigkeit unterliegen kann. Denn sie sich von selbst versteht, geht man zu dieser Fragenur über, wenn die erwähnten Untersuchungen günstig ausgefallen sind. In der-selben Kongregation werden auch die Cardinäle über die Wunder, welche auf dieFürbitte des ehrwürdigen Johannes Grande , eines Spaniers aus dem Ordender barmherzigen Brüder, von Gott gewirkt worden, vernommen. Der heilige Vaterspricht sich während der Berathung s.!bcr nicht auS, um eine so wichtige Entschei-dung erst Gott im Gebete zu empfehlen; doch hat man jetzt bereits erfahren, daßdie Bestätigung jener Wunder nächstens erfolgen wird, und somit wären denn auchdie vorbereitenden Untersuchungen für diesen Proceß vollendet. Aber auch jene, dieüber den von den Ketzern gemarterten Andreas Bobola aus der Gesellschaft Jesu angestellt worden, sind dem Ende nahe, und man darf die päpstliche Entscheidungnach einigen Wochen erwarten. Da nun aber auch, wie ich Ihnen zur Zeit geschrie-ben habe, der Proceß für die Seligsprechung der ehrwürdigen Jungfrau MariaAnna von Jesu auö Quito in Amerika bereits zu Ende geführt ist, so werdenwir, so Gott will, binnen kurzer Zeit vier Seligsprechungen erleben.

Rom , 4. Febr. Gestern hat der heilige Vater ein Decret veröffentlichenlassen, durch welches mehrere Werke von Bedeutung verworfen und verboten werden.