Ausgabe 
12 (14.3.1852) 11
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Thatsache, die nicht ich gemacht habe, von der ich kein Jota abnehmen kann.Ich habe dieser wellkundigen Lehre die Lehre der Secte des sogenannten Deutsch -kalholiciSmuS gegenübergestellt und gezeigt, daß dieser der volle Widerspruch vonjener sey. Niemand hat vermocht, einen einzigen Gedanken an dieser Gegen-überstellung als unwahr nachzuweisen Habe ich unwahr gesprochen, so zeigt es!Man kann es nicht. Und das AuSsprechen der katholischen Wahrheit soll eine maß-lose Verhöhnung, Verleumdung und Provocalion seyn? Und die zweite KammerdeS GroßherzoglhumS erkennt in dieser Anschuldigung nicht eine maßlose Verhöhnungund Verleumdung meines Hirtenbriefs, sondern übergibt eine solche Beschwerde derRegierung zur geeigneten Maßnahme I Der Apostel sagt:Es gibt einige Menschen,die euch verwirren und das Evangelium Christi zu verkehren suchen. Aber wennauch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündigte,als wir euch verkündigt haben, der sey verflucht" (Gal. 1, 7. 3.)I und ich sollEuch nicht einmal warnen vor ChristuSläugnern, soll Euch nicht einmal sagen, daßeS ChristuSläugner in unserer Mitte gibt.

Ein anderes Ereigniß hängt mit diesem enge zusammen. Die Secte der Ron«geaner hat zu wiederholten Malen den Vorstand der Stadt Mainz ersucht, ihnenstädtische Locale zu ihren Versammlungen einzuräumen, und man hat ihr Gesucherfüllt. Der Vorstand einer Stadt, in der vom Anfange deS Christenthumsdas Evangelium von der Erlösung gepredigt wird, die alles Gute und Große,waS sie besitzt, dem Christenthums verdankt, in der die unermeßliche Mehr-zahl der Bewohner noch in Christus ihren Erlöser anbetet und verehrt, hatkeinen Anstand genommen, ihre Locale einer Secte zu öffnen, die die GottheitChristi offen läugnet und den Glauben der Kirche Christi verspottet undverhöhnt.

Solchen Ereignissen gegenüber ist eS meine Pflicht, um so entschiedener dasKreuz Christi in die Höhe zu halten und Euch zuzurufen:ES ist kein anderer Nameunter dem Himmel den Menschen gegeben, wodurch wir selig werden können; alsder Name deS Gesalbten deS Herrn Jesu Christi" (Apostelg. 4, 12.).

(Fortsetzung folgt.)

zchiil t-i vl.'KdtllvZg'n»K ?;<t .tiSm!K»<! n»nn«»ML mi zzv «u>»y»G ?>5 lttöuvtg>-?zV iz! zli;A lttijviv izÄ ni L5ilG n!i 7un nrz^nm ,h?Zs!:6?stsV chis MDie Bibliothek eines Landgeistlichen.

(Schluß.)

Der Priester soll täglich die heilige Schrift lesen, nicht als gelehrter Eregete,yder gar als Kritiker, das ist nur die Sache Weniger, sondern als ein solcher, derselbst ein Evangelist deS Volkes seyn soll; betend und meditirend soll er sie lesen.Allein dazu bedarf er dennoch eines zuverlässigen AuSlegerS, der ihm zeigt, wie inder Kirche die Schrift verstanden wird. Es genügt zu diesem Zwecke an wenigenBüchern, da eS sich ja nicht bei dem gewöhnlichen Priester darum handeln kann,auf der Höhe der eregeiischen Wissenschaft zu stehen, sondern die heilige Schrift richtigund im Geiste der Kirche zu verstehen. Irgend ein katholischer Commentaior derganzen heiligen Schrift, Cornelius a Lapide, Tirin, Calmet, oder doch wenigstensdeS neuen Testamentes, Maldonat, EstiuS, Maßl, ist daher gewiß wünschenSwerthin der Bibliothek eines Geistlichen. Protestantische Commenlare sind nicht blos über-flüssig, sondern, wo sie nicht zu gelehrten Zwecken nothwendig sind, geradezu vomUebel. Will ein Priester die Resultate der exegetischen Forschungen der neuern Zeitkennen lernen, so findet er sie in den Werken von Hug, Herbst, Welle, Hanebcrg,Maier, Schegg u. A.

Auch ein Handbuch deS KirchenrechteS, aber kein josephinischeS oder protestan«tischeS , soll der Geistliche haben. Er soll wissen, waS heute der Kirche Recht ist,Welche kirchlichen Normen, welche Gesetze heute noch zu Recht bestehend sind undverbindende Kraft haben, und welche von den neuesten kirchlichen Normen den Slem-