Ausgabe 
12 (23.5.1852) 21
Seite
161
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

Zwölfter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

bliurnti^'.l-l 5suu.i.'i'l'!>.'M ZIIU " .'^IIUN N'^chi!><n<i» z:>mnu ni>!ll

>»!,' Slul> ?ij s7i,ÄnSjvj»ni ,ZM Sgi«,d,niiZ ><«/s?ia 16^ 7>,>i»

W' «!>tkS' nv» n^'jr.L n^iuiz ,y« üllkA im?n,piii,<»« in ZlA <S7l« i,7dG1»b

Augsburger Pojheitung.

^ ^ ^

.^Uignvs» 7i,z si.!Nl.?c.» .K. <i!^^ö ^jI!.UlI^7K i^-ts-i'idSH' '--'-"U

»-» m, . M»7>- »» IV^Q

SZ. Mal ^V-

-^------

Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abounementsvreiskr., wofür e» durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann

Hermann v. Vieari,

durch Gotteö Erbarmung und des heiligen apostolischen StuhlesGnade Erzbischofvon Freiburg ic. :c.

Allen BiSthumSangehörigen im Großhcrzogthum Baden Gruß undSegen von Gott dem Vater und Jesu Christo, unserm Herrn!

Geliebteste! Mit dem Gefühle der tiefsten Wehmuth richte ich diese Hirtenwortean Euch, erfüllt von unsäglicher Trauer über den Conflict, der zwischen der Staats-und Kirchenbehörde in Folge deS von dieser angeordneten TrauergolteSdiensteS fürden Höchstseligen Großherzog Leopold Königl. Hoheit entstanden ist. Das hehre BilddeS Höchstseligen Großherzogs steht im Glänze der hellstrahlenden Tugenden diesesRegenten, im Glänze der Güte, Liebe und Milde dieses wahren VaterS des Vater-landes, Höchstwelchcr sein Volk so innig, so zärtlich, so edelmülhig geliebt, imGlänze der Bewährung bei den herbsten Heimsuchungen und Prüfungen, so höchstverehrungöwürdig vor meinen Augen, daß mein Herz vom heftigsten Schmerzeergriffen wird über die vielfältige Veikennung der Absicht, welche die Kirchenbehördebei Anordnung der Traucrfeierlichkeit geleitet hat. Und ich sehe eS als meine heiligstePflicht an, meinen geliebten Diöcesanen klaren Aufschluß über den Thalbestand zuertheilen, um so mehr, da in öffentlichen Blättern der Vorfall in einer Weise bespro-chen wird, die nur geeignet ist, Mißtrauen gegen den Oderhirten, feindselige Gesin-nung gegen die katholische Kirche , Verdächtigungen der Katholiken hervorzurufen undzu Pflegen.

Warum wurde so lautet die Frage zur Trauerfeicrlichkeit deS Höchst-seligen GroßherzogS K. H. kein Seelenamt angeordnet?

Geliebleste! vor Gott betheuere ich Euch, daß dazu einzig und allein meinePflicht mich bewog, die mir, als katholischem Bischof, obliegt, den TrauergotteS-dienst nach den Vorschriften der katholischen Kirche , nach den Ansprüchen deö heili-gen Stuhles, mit dem ich durch das heilige Band deS Gehorsams verbunden bin,anzuordnen. Offenbar steht eS nur der Kirche zu, Bestimmungen über gottcsdienst-liche Handlungen zu treffen, und zu entscheiden, wann das heilige Meßopfer darge-bracht werden dürfe, wann nicht, und eS kann in diesem Puncte der katholischenKirche gewiß nicht weniger Freiheit vergönnt seyn, als den Confessionen und Reli-gionögesellschaflen, die ja bei Anordnung gottesdicnstlicher Feierlichkeiten einzig undallein von ihren Grundsätzen sich leiten lassen. ES ist nun aber Vorschrift der kalbo-lischen Kirche, daß das heilige Meßopfer für keinen Verstorbenen dargebracht werdendürfe, der nicht in der Gemeinschaft der Kirche dahingeschieden, weil offen nur derAnspruch auf daö Opfer der Kirche hat, welcher ein Glied der Kirche gewesen, wie