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Bericht des apostolischen ViearS für Centralafrika .
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(Fortsetzung.)
In KoroSko mußten die Gefährten sich theilen; die Stolla mstutina sollte zuWasser nach Chartum, aber bei dessen niederm Stanv ohne Gepäck; tieseö mußteunter Begleitung des größern Theils deS Missionspersonals die Wanderung durch dieWüste antreten. Daher wurde die ganze Befrachtung ungesäumt ans Ufer gebracht,und am 20. November, einen Monat und zwei Tage nach der Abreise von Kairo ,stand daS Schiff bereit zu der kühnen Fahrt durch die mittlern Katarakte. Die Tren-nung fiel beiden Theilen schwer; den Provicar rief die Pflicht als Führer Derjenigen,die den Wüstenweg betreten sollten; die Stells matutina wurde der Obhut deöMissionsgefährten Johann Rociancik anvertraut. In dem Lager herrschte nundaS regste Getriebe und Gewimmel. Die Araber aus dem Stamme der Abavbekamen mit ihren Kameelen, die Kisten wurden abgewogen, weil von manchen daSGewicht zu groß war, neue gezimmert, singend durch die Araber auö PalmenfasernStricke zum Festbinden der Kameellnsten gedreht, am Ufer die Wasserschläuche gefüllt.Auch die beiven Franzosen auö Assuan trafen ein. Am 24. November konnten dieKameele bepackt werden, der 25, war der Abfertigung der Korrespondenzen nachEgypten uno Europa gewidmet.
Zu dem Gepäcke von 300 Centnern waren 60 Lastkameele erforderlich, für diePersonen 12 Reitkameelc, 10 trugen 77 Schläuche und zwei Fässer mit Wasser, dieFranzosen bedurften 24 Thiere. Für den Centncr waren 22'/z Piaster (der Piaster— 6 Kr. C.-M.). für jedes andere Kameel 90 Piaster zu entrichte». Mit der Aus-gabe für die Wasserschläuche und für 12 Centner Stricke stiegen die Reisekosten vonKoroSko bis Berber auf 1000 Fl. C.-M. Mit Anbruch des 26. Novembers weck,tcn die tiefen Gurgeltöne der Kameele aus dem kurzen Schlaf. Noch ein Blick aufden blauen Wasserspiegel deS NllS, auf daS schöne Grün, welches seine Ufer um-säumt, und fort wendeten sich die Ziehenden durch einen Engpaß gegen daS dunkel-gefärbte Gebirge zu der Karawane, wo unter lärmendem Geschrei Alleö noch mitdem Aufladen beschäftigt war. Erst nach neun Uhr entfaltete sich aus dem Gewirreder lange Zug der Carawaue. Die Reisenden hatten ihre europäischen Gewänderabgelegt, in die malerische Tracht der Orientalen sich gekleidet. Die Neiterschaareröffnete den Zug; ihr folgten die Thiere mit der wandernden Küche, dann diejenigenmit den Brennmaterialien und dem kostbaren Schatz der 77 Schläuche, von demtreucsten schwarzen Diener scharf bewacht; hierauf kamen in fünf Abtheilungen dieübrigen, bei jeder Abtheilung fünf bis zehn Treiber zu Fuß. Die Straße gleichteinen, brachliegenden Ackerlande von sandigem mit Kieseln gemengten Boden. Dererste Tag führte durch ein Längelhal, welches zwischen dürren Steinmassen vonschwarzgebranntem Anstriche ohne die mindeste Spur von Vegetation sich durchwindet.Nur an den Fußtritten der Hyänen konnte eine schwache Spur des Lebenvigcnerkannt werden. Am Mittag prallten von den nahen Felsen und von dem Sand zuden Füßen die glühenden Sonnenstrahlen zurück. Bei Sonnenuntergang setzte sichder Carawanensührer mitten auf den Weg nieder und gab damit daS Zeichen, daSZiel der ersten Tagereise sey erreicht. AlSbald kauerten auch die Thiere nieder, dieReiter stiegen ab; Jeder nahm seinen Teppich unv waS er an dem Sattel führte,und im Äreise lagerten Alle, die Schläuche wurden auf Strohmatten gelegr, damitdurch den heißen Sand daö Wasser nicht verdunste. In kleiner Entfernung wurdeder Herd für die Küche ausgegraben. In weiteren Kreisen lagerten sich gruppen-weise auch die Nachkommenden. Indeß die schwarzen Köche daS Feuer schürten, um'die ersehnte Mahlzeit zu bereiten, wurde in der Mitte deS Lagers der Felvtisch auf-geschlagen, die Lampe angezündet, die Stühle zurechtgestellt und theils geschrieben,theils gelesen, theils der Rückstand deS OfficiumS nachgeholt. Auch unter den Grup-pen der Araber glühten Feuer, über dem sie jeden Abend ihr Brod, die einzigeNahrung auf dem Zuge, backen. Als die Trompete die Vollendung deö Mahles