Ausgabe 
12 (23.5.1852) 21
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Tisch, oder fand bei dem ihrigen sich ein. Er verschaffte ihnen zwei Schiffe zurFahrt nach Charlum und versprach bei der Abreise, in kurzer Frist selbst dahinkommen zu wollen. >izu ?>'i-,m l-nnn!

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Einige Bemerkungen über ein Hauptgebrecheu unserer Zeit.

Man klagt jetzt allgemein über die rasche Zunahme deS Proletariats und überdie steigende Anzahl der auS demselben hervorgehenden verwahrlosten Kinder undjugendlichen Verbrecher. Ich frage aber: tvaS würde auS den verzogenen, jedeSreligiösen HaltS entbehrenden Kindern gebildeter und wohlhabender Familien werden,wenn sie in die elende, schutzlose Lage jener unglücklichen Geschöpfe versetzt werden?Kommen unter den sorgfältig gehüteten und wohlgepflegten Kindern der höhernAlande nicht genug Diebftähle, Betrügereien und Schlechtigkeiten aller Art vor,von denen keine Kriminalbehörde etwas erfährt? Ich wünschte, den Lesern einegenaue Statistik der verheimlichten Verbrechen dieser Kategorie aus Schule und HauSvorlegen zu können; sie würden über die große Zahl derselben in Entsetzen gerathenund sich überzeugen, daß daS Verderben in weit schlimmerer Weise in den sogena-nn-ten gebildeten, oder vielmehr verbildeten Schichten, als in den niedern Elasten deSVolkes wuchert, und daß jene die gefährlichsten Pflanzstätten deS Proletariats sind,nicht deS ehrenwerthen Proletariats, welches im Schweiße deS Angesichts sein sauererworbenes Brod dankbar genießt uud welches sein Elend bis zum Tode mit Erge-bung erträgt, weil eS in seinem Glauben eine unversiegliche Quelle des Trostes, besitzt,sondern jener Hefe deS Proletariats, welche auS verdorbenen Beamten, herabgekom»inenen Speculanten, gelehrten Schuften und raisonnirenven Faullcnzern zusammen-gesetzt ist und welche die Quintessenz alleö Schlechten in sich enthält. Gott behüteunS davor, daß durch eine neue Umwälzung die Mittel deS Genusses in den soge-nannten gebildeten Volksclassen gänzlich vernichtet und die schwachen Schranken,welche der Anstand, die Ehre und daS Gesetz unserer genußsüchtigen religionslosenJugend noch entgegenstellen, umgestürzt werden! Wir würden dann mit Schreckensehen, in welchen Abgrund des Verderbens unsere Jugend durch eine verkehrteErziehung unv durch die falsche Richtung deS Unterrichts gestürzt wor-den ist.

DaS Princip deS Unterrichts auf unsern höhern Schulen, welche ich hier zu-nächst ins Auge fassen will, ist aber ein falsches, weil daS Wissen auf KostendeS Glaubens, die Vielseitigkeit auf Kosten der Gründlichkeit, die Verstandesschärfeauf Kosten der H-rzenSeinfalt ^ ausgebildet wird. Alles kritisiren, Nichts aufbloße Auctorität annehmen, Alles beweisen das ist das Axiom unserer modernenSchulweisheit! Wir lassen unS dieß auf denjenigen Gebieten des Wissens gefallen,welche der menschliche Geist vollkommen beherrscht, und in dem Alter, wo der Geistzu solcher Prüfung gereift und mit genügender Widerstandskraft ausgerüstet ist; wirmüssen aber für die heranreifende Jugend dieses Princip der einseitigen VerstandeS-vildung als höchst gefährlich und verderblich erklären. Denn auf diesem Wege wirdschon in der Seele deS KinveS die Zweifelsucht erweckt, uud eS wird hierdurch sehrbald der aus dem Elternhause zuweilm noch mitgebrachte Keim des kindlichen Glau-bens, der künftighin als festgewurzelte religiöse Ueberzeugung dem Jünglinge undManne in den Gefahren und Stürmen des Lebens Rettung , Halt und Trost gewäh-ren soll, völlig zerstört. Es.ist wahr, unsere Knaben von vierzehn Jahren wissenmehr, als früher Erwachsene wußten, sie sprechen über Dinge ab, an welche sonstdas Alter nur mit Ehrfurcht heranzutreten wagte; aber wo sind die durch unseremodernen StaatSschuIen vorgebildete» großen Helden und Staatsmänner, welche aufdie Geschicke der neuern Zeit mit schöpferischer Kraft eingewirkt haben?

Darf man sich aber wundern, daß auS unserer Schuldressur und EraminationS,tortur so äußerst wenige thatkräftige Männer und so viele gesinnungslose Wetter-

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