Ausgabe 
12 (6.6.1852) 23
Seite
177
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Zwölfter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

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Augsburger PostMtung.

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Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Tonntage. Der halbjährige AboimementsprelsTV kr., wofür e« durch alle köm'gl. bayer. Postämter und alle Bllchhaudluugen bezogen werden kaun,

Die englische Bibelgesellschaft, nebst zeitgemäßen Betrachtungen,

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Die englische Bibelgesellschaft feierte am 5. Mai in Ereter-Hall ihren 48stenJahrestag. Graf ShafteSbury berichtet über den Stand der Gesellschaft, welcherhoffnungSerweckender sey als je; denn habe man auch mehr offene Feinde als zuvor,so habe man auch sehr viele geheime Freunde. Er zweifle nicht, daß eS die Absichtgewisser continentaler Regierungen sey, den Namen deS Protestantismus selber, undwo möglich jedes Eremplar des Wortes Gottes zu vernichten. Diese Gesellschaftsey ein mächtiges Gegengewicht gegen solche Tendenzen; sie sey der Ruhm und dieKrast Großbritanniens . Die Einnahmen der Gesellschaft waren im vergangenen Jahre108,449 Pfund Sterling, 1,154.642 Eremplare der Bibel seyen in diesem Jahreausgetheilt worden. Die Totalsumme der von der Gesellschaft bisher ausgegebenenBibeln betrage 25,402,309 Eremplare. Die Gesellschaft hat in Europa, Asien ,Afrika und Amerika mehr als 8000 Filialvereine. Ritter Bunsen wünschte denFreunden deS Christenthums Glück für den Erfolg, welcher die Anstrebungen derGesellschaft begleitet habe. Er bedauerte, dasz in vielen Theilen deS ConIinenteS eineNeigung sichtbar werde, die Verbreitung der Bibel zu hindern. Es scheine auf demKontinent die Ansicht vorzuherrschen, daß die Bibel den Regierungen gefährlich sey.Was Preußen angehe, so stehe der König selbst Niemanden in dem Wunsche nach,die Bibel über das ganze Königreich zu verbreiten.

Wir würden eS kaum für nöthig halten, unsere Leser auf das Verleumderische,Gleisnerische und dabei in hohem Grade Lächerliche vorstehender Worte aufmerksamzu machen; denn wir trauen ihnen zu viel gesunden Menschenverstand zu, als daßsie je im Ernst sich beikommen lassen könnten, das Wort Gottes werde in derThat dadurch ausgebreitet, wenn man fabrikmäßig in enormen Quantitäten materielleBibeln in die Welt hinauSstreut, oder daß sie sich einreden ließen, irgend ein ver-nünftiger Christenmensch könnte je die Absicht hegen, wo möglich jedes Eremplar derBibel zu vernichten. Aber die Sache hat auch ihre ernste Seite, und diese ist,auf die wir hier gelegentlich einmal hinweisen wollen.

Die obenstehenden Zahlen liefern den Beweis, wie viel größer die Anstren-gungen sind, welche der Irrthum macht, um den todten Buchstaben zu vervielfältigen,als jene, die von den wahren Gläubigen geschehen, um das lebendige Wort GolteSauszubreiten und in die Seelen und Herzen zu streuen. Die Einnahmen der LondonerBibelgesellschaft allein übersteigen bei weitem die materiellen Hilfsmittel, welche denverschiedenen Vereinen der Verbreitung deS wahren Glaubens in ganz Europa zuGebot stehen. Wenn eS nun trotzdem sich herausstellt, daß der bibelgläubige Prote-stantismus gegenwärtig gar keine Fortschritte, sondern offenbare Rückschritte macht,so ist dieß ein sehr einleuchtender und handgreiflicher Beweis, auf welcher Seite der