.jMlmln^ nMvMÄ.
Segen Gottes ruhe und ein um so größerer Triumph für den Katholicismus, wenner mit geringen Hilfsmitteln dennoch Größeres bewirkt. Es ist aber auch ein Vor-wurf und eine Beschämung für uns Katholiken, wenn die Kinder dieser Welt eifrigererfunden werden für ihre Sache, als wir für die Sache GotteS ; wenn der Irrthumgrößere Anstrengungen macht, seine dunklen Schwingen über die Erde auszubreiten,als die Wahrheit, der doch die Verheißung unfehlbaren Sieges zur Seile steht, ihrLicht in der Welt strahlen zu lassen. Wohl gibt es Viele unter uns, und meistenssind es die Armen und Wenigbegüterten, welche ihre Pflicht redlich erfüllen undthun, was in ihren Kräften steht, ja waS selbst zuweilen ihre Kräfte zu übersteigenscheint. Aber die Gaben könnten noch weit reichlicher seyn, wenn Mehrere zu ihnenbeitragen würden und vor Allem Mehrere der Wohlhabenden. Die Zahl der Per-sonen, welche an dem MissionSwerk sich betheiligen, ist verhältnißmäßig immer nochklein, sehr klein. Mögen sich vaher Alle die frommen Geber nicht damit begnügen,für ihre eigene Person nach Kräften beigetragen zu haben, sondern vor Allem dahinwirken, Andere für daS heilige Werk zu gewinnen, die ihm noch nicht angehören.
Schließlich wollen wir denjenigen Lesern, die etwa zufällig mit aufgeklärtenAndersdenkenden über die Bibelverbreitung zu reden kommen, und nicht wissen, wiesie ihre Angriffe am besten zurückweisen können, einige kurze und bündige Gründe andie Hand geben, welche das Verfahren der katholischen Kirche , den Bibelgesellschaftengegenüber, rechtfertigen.
Die katholische Kirche mißbilligt die Bestrebungen der Bibelgesellschaften, unddie Päpste haben sie feierlich verworfen: 1) weil der Buchstabe nicht nützt, sondernder Geist lebendig macht; 2) weil Christus der Herr den Aposteln nicht gesagt hat:Geht und schreibet und drücket und theilt Bibeln aus und lehrt die Leute lesen, son-dern „Gehet und lehret; wer glaubt und getauft ist, der wird selig werden" (auchwenn er nicht lesen kann); 3) weil Christus gesagt hat: „Werfet die Perlen nichtvor die Säue und gebt vaS Heilige nicht den Hunden." Wenn die heilige Schriftin so vielen Millionen Exemplaren in die Welt hinausgestreut wird, dann sieht jedesKind ein, daß vielfacher Mißbrauch damit getrieben werden und man z. B. die hei-ligen Worte des Evangeliums zum Einwickeln von Käse, zum Einpacken von Waarenund Thee gebrauchen wird (wie das z. B. in China wirklich geschieht); 4) weildie von den Bibelgesellschaften vertheilten Bibeln verfälschte Bibeln sind, in welcheder Irrthum sein Gift unmerklich hineingestreut hat. Wenn Luther selbst, wie Nie-mand mehr zu läugnen wagt, die Bibel an einigen Stellen verfälscht hat, wo siemit seiner Irrlehre in Widerspruch stand, warum sollten das nicht auch seine Schülerund Anhänger sich erlauben? 5) weil die meisten Mensche») die solche Bibeln erhal-ten, Nichtwissen, waS sie damit anfangen sollen. Für die bei weitem größte Anzahlvon Menschen ist die Sprache der heiligen Schrift an sehr vielen Stellen dunkel undunverständlich; 6) weil nicht Alles, was in der heiligen Schrift steht, für jeden Chri-sten ohne Unterschied geschrieben ist und manches sogar gefährlich werden kann, wennes von Unberufenen, namentlich jüngern Personen gelesen wird. Selbst jeder ver-nünftige Protestant muß wünschen, daß seine Kinder nicht AlleS lesen, waS z. B. imMosaischen Gesetz geschrieben steht, bis sie erst die gehörige Reife deS Geistes erlangthaben; 7) weil die Erfahrung zeigt, daß wenn Jedem das Lesen der Bibel ohneUnterschied gestattet wird, auch Jeder einen andern Sinn darin finden wird. Da abernur einer der wahre seyn kann, so ist eS klar, daß daraus nur Verwirrung, Streit,hochmüthiges Gezänk u. s. w. hervorgehen kann; oder, wenn das nicht, weil man zubequem ist, für die Erkenntniß der Wahrheit sich einige Mühe zu geben, religiöseGleichgiltigkeit und Verachtung der Wahrheit und des Wortes GotteS ; 8) weil eSendlich grausam wäre, den kleinen Kindern, wenn sie Hunger haben, ein ganzesBrod zu reichen, ohne eS ihnen zu brechen. Die meisten (ja vielleicht alle) Menschenauf GotteS Erdboden befinden sich aber in Bezug auf die göttlichen Wahrheiten ihrganzes Leben hindurch im Zustande der geistigen Kindheit und würden die Bibel nichtverstehen, daS Brod des Wortes Gottes nicht genießen können, wenn eS ihnen nicht