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Diesem mag noch aus einem zweiten nach Chartum gerichteten und von da zurKenntniß des Comites genannten Bericht aus Dongola vom 15. Januar Nachstehen-des folgen: „Von drei Tagreisen her und noch weiter kommen die Leute, um zu sehen.Das Erste, waS ihnen am Herzen liegt, ist Maria. Gott weiß, wer ihnen dasbekannt gemacht hat. Mit lauter Stimme, mit aufgehobenen Händen bitten sie,wenn wir sie nicht auf daö Schiff lassen, wir möchten wenigstens die Fenster (derCapelle öffnen); sobald sie dann Maria erblicken, schreien sie laut auf. Selbst vonzwei kleinern Gemälden verbreitet sich weit durch das Land der Ruf. Das Zweite,was die Eingebornen anzieht, ist daS Schiff. ES scheint ihnen ein Wunder, daßEisen schwimme. Manche glauben, wir hätten daS Schiff auf unsern Rücken überdie Katarakten hinausgetragen. Andern ist AlleS unbegreiflich; den ganzen Tag imStaube gekrümmt, staunen sie das Schiff an und schweigen, als harrten sie neuerWunder. „„So etwas habe ich in meinem Leben nicht gesehen"", ist oft der einzigeLaut, der sich vernehmen läßt. Stell» mstutins, die unter GotteS und MariensSchutz so große Gefahren überstanden hat, fortan siegesfreudig dem Lande der Negerzusteuern wird, ist eine Blüthe der werkthätigen Nächstenliebe; ist eine Perlenkrone,die sich vie Katholiken durch ihren Beistand zum Heile deS Südens geflochten haben;ist der Triumph Oesterreichs , dessen Macht und Ehre die vom Schiffe flatterndeFahne den staunenden Negern verkündet; ist der Triumph der Mission, die zu neuenTriumphen, zum Triumphe des Christenthums, den Weg bahnen wird!"
Dem können wir auS einem kurzen Schreiben des Herrn ProvicarS — Char-tum, den 10. Februar — noch beifügen: „Die Stell» mstutins hat eine wahreRiesensahrt zu Verwunderung der überraschten Nubier zurückgelegt. Wir erwarten siehier in der ersten Hälfte des Märzes. — Meine Gefährten beschäftigen sich häufigmit den hiesigen Einwohnern und mit Vorbereitungen zu der Expedition auf demweißen Strom, wo bereits ein von mir zurückgelassener Missionär seit Beginn desverflossenen Jahres unter den Bari -Negern den Nachkommenden den Weg bereitet.Auch von diesem hoffe ich mit Anfang des künftigen MonatS Berichte über seineErfolge zu erhalten.
Drei unverdächtige Zeugen über die Gesellschaft Jesu .
Der Encyklopädist d'Alembert war bekanntlich in seinem Haß gegen dieKirche weit kälter, in seinem Grimm gegen dieselbe ungleich schneidender, als derPatriarch dieser sogenannten Philosophen: Voltaire. Dennoch sah selbst d'Alembert sich gezwungen, in seinem Artikel: „Abschaffung der Jesuiten " der Wahrheit in soweit wenigstens Zeugniß zu geben, baß er eingestehen mußte, die wissenschaftlichenCelebritäten der Gesellschaft ständen keinen andern nach. „Man muß billig seyn,sagt er. Keine Ordensgesellschaft ohne Ausnahme hat einer so großen Zahl berühmterMänner in allen Wissenschaften und in der Literatur sich zu rühmen. Die Jesuiten haben in allen Fächern mit Erfolg sich bewährt. Beredsamkeit, Geschichtsforschung,Alterthumskunde, Geometrie, tiefe und angenehme Literatur, eS gibt keine Classe vonSchriftstellern, unter denen die Gesellschaft nicht Männer ersten Verdienstes aufzu-weisen hat."
Durfte der große Astronom und entschiedene Atheist La lande einen ClaviuS,«inen Ricciola und Grimaldi, welche Galilei'S System durch unumstößliche Versucheerhärteten und von denen letzterer KepplerS Sternencatalog mit 505 Sternen berei-cherte, einen P. Scheiner, der lange vor Galilei die Sonnenflecken beobachtete, einenGrünberger, der die höchst merkwürdige prospeetivs novs coelestis verfaßte, einenLecomte, der zuerst auf die Trabanten-Finsternisse aufmerksam machte, seinen Zeitge-nossen BoScowich, den die königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu London unterihre Mitglieder aufnahm, so viele andere, welche in der Wissenschaft der Astronomiesich hervorgethan haben, mißkennen? Sie sammt solchen, welche in andern Fächerndes Wissens sich hervorgethan haben, würdigend, sagt er in seinen „philosophischen