Ausgabe 
12 (20.6.1852) 25
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tigkeit deS Versuchs, ein positives Christenthum in die Freimaurerlogen hineinzuziehen,"worin er bemerkt, daß 25W Logen an den Grundsätzen festhielten, welche die Be-handlung positiv christlicher Gegenstände verböten. Ihm schließt sich an ein evange-lischer Prediger zu Frankfurt a, M., welcher in derLatomia" erklärt: daß auf derganzen Erde nur die drei Berliner Logen specifisch christlich zu seynprätendirten.

Um das Maaß voll zu machen, wollen wir noch ein Paar Juden abhören.Der Eine, Dr. M. H, schreibt in der von einem evangelischen Prediger redi-girtenLatomia": Wenn Maurerlogen sich als christliche Institutionen betrachtenund Nichtchristen den Zutritt nicht gestatten, so vergessen sie die wesentlichste B-stim-mung der Maurerei: daS im Menschengeschlechte wieder zu vereinigen, waS durchkirchliche Meinungen wie durch bürgerliche Verhältnisse von einander geschieden ist.Verliert die Maurerei diese ihre Bestimmung auS dem Auge, so dient sie nur, Irr-thümer und Vorurtheile zu befestigen, von welchen die geläuterte Religion dieMenschen zu befreien trachtet." WaS der Jude unter Irrthümern und Vorurtheil,so wie unter geläuterter Religion versteht, geht deutlich auö der Fortsetzung hervor,wo derselbe in unnachahmlicher Schamlosigkeit das Christenthum verhöhnt, wen» ersagt:Zwar stürzt ein Stein nach dem andern von der dichten Mauer, welcheMänner, deren Lebenselcment die Finsterniß ist, aus heiligem Trug und Satzung,auö Sagen und Legenden aufgeführt haben, um dem Licht der Vernunft (dem reli-gionslosen Mauschellhum) den Zugang zu versperren und den blinden Glauben mitseinem Liede: blinden Gehorsam, unversehrt zu erhalten..... Die Maurer-hallen waren, wo unter dem Schutze des Geheimnisses Edle (?) auSallen Classen und Ständen die Grundsätze lehrten und inS Leben riefen, die in derprofanen bürgerlichen Gesellschaft noch als Ketzereien und frevel,hafte Neuerungen verpönt waren." Der Jude Heß wird noch übertroffenvon dem Juden Ludwig Borne , welcher als Mitglied des Freimaurerbundes 1333eine Rede hielt, worin derselbe ausführt: Die Herrschaft wurde geboren, mit ihr dieSklaverei. Die Bösen hielten Rath, ihre Herrschaft zu befestigen und ersannen daSChristenthum und benutzten cS, eine blutige Zwietracht unter die Menschen zubringen. Dagegen verband sich der Maurerorden (es Eckert pgg. 261 ff ). Ich könntenoch zahllose authentische Belege auS dem vortrefflichen angezeigten Buch beibringen,um zn beweisen, baß der Maurcrorcen der Kirche und dem christlichen Glauben feind-lich entgegenstehe, daß in seinen Hallen die Glaubensgleichgilligkeit privilegirt undselbst der Atheismus geduldet sey; allein für unsern Zweck sey eS dießmal genug.Jeder Kacholik, will er nicht Verrath an Kirche und Glauben üben, muß sich vondiesem Bunde fern halten, unv wo er aus Unwissenheit sich ihm hingegeben, ihnverlassen. Das strenge VerwerfungSurtheil der Kirche, das sie über die Freimaurereigefällt, steht gerechlfenigt da und würde selbst dann gerechtfertigt erscheinen, wennwir weniger von der Maurerei in ihrem antichristlichen Charakter wüßten; denn eineThalsache ist, daß Katholiken, die sich der Maurcrei zuwende», fast durchschnittlichihre kirchlichen Pflichten sträflich verabsäumen, die Sacramente meiccn und demJndiffercntiSmuS verfallen, von dem der Herr in der Offenbarung sagt: Weil dunicht kalt noch warm bist, darum will ich dich ausspeien auS meinem Munde.

(Fortsetzung folgt.) "

Religiös-politisches Glaubensbekenntniß des Marquis von Bal-degamas (Donoso CorteS .)

An Herrn Herausgeber desHeralbo."

Paris , 15. April t8S2.Mein Herr! DerHeraldo" (vom 8. d. M.) enthält einen Artikel, welcherder Vertheidigung deS Rationalismus, deS Liberalismus und deS Parlamentarismusgewidmet ist. Sie zählen dort lobend alle die kostbaren Vortheile der freien Erör-terung auf und citiren, um Ihre Lehren zu stützen, gewisse Worte, die ich im Jahre