Ausgabe 
12 (27.6.1852) 26
Seite
207
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so?

hat man eine wirklich über alle Beschreibung schöne Aussicht: unten an dem steilenAbHange auf einem niedrigern Felsen liegt die Beste San-Elmo und vor ihr amRande deö Meerbusens das schöne Neapel; links erhebt sich der Vesuv mit seiner inden Wolken zerfließenden Rauchsäule, und dann reiht sich Berg an Berg und Slädt-chen an Städtchen zu einer Umzäunung deS herrlichen Golfs von Neapel . Manüberschaut diesen ganz, man erblickt Welle an Welle, ja man sieht noch weiter dieFelseninseln in den blauen Fluthen und dem weiten Ocean, vom Horizonte begrenzt.RechtS die üppige Natur in den bis an das Meer reichenden Feldern, und zu denFüßen brechen sich am Strande hochaujschäumend die brausenden Wogen, o daerst kann man daS keneclicite deS Propheten verstehen, keneclicite vmnia operaDomini Domino! Leneclieite insri» Domino I Leneäieite montes et volles Domino!I.suo'ste et superexaltste eum in sseculs! Kein Ort ist vielleicht auf der ganzenErde, an dem die Natur so großartig und erhaben in ihren verschiedenen Elementenhervortritt, kein Ort, an dem sie lauter das Lob ihres Schöpfers verkündete, unddeßhalb ist es billig, daß mit ihrer Stimme sich hier auch unaufhörlich die Stimmeder Menschen vereinige, und die Camaldolenser-Eremiten-Ansiedlung so außerordent-lich passend. In gänzlicher Zurückgezogenheit von der Welt und sich der Betrachtungwidmend leben hier gegen dreißig Camaldolenser; durch ihre harte Entsagung büßcnsie auch für die Sünden Anderer; ihr Mund öffnet sich nur zum Preise deS Aller-höchsten; ihre ganze Erscheinung hat etwas überaus Ergreifendes, sie sind wirklichein Posten, für die Menschheit dort ausgestellt. Gerade rief sie das Glöckchen zumPsalmgebete zusammen, als sich hinter uns die Klosterpforte geschlossen hatte und dernäher rückende Abend gebot unS, wieder den Weg nach unten zu betreten. (M. S. Bl.)

Mifsionsberichte aus Oberschlesien .

Die hochverehrten PP. v. Klinkorvström, Prinz, Harder sind die Bußprediger,welche mit apostolischer Begeisterung, mit unermüdetcm Eifer in Oberschlesien zurEhre Gotteö arbeiten, die Schlafenden erwecken, die Lauen ermuntern, die Unent-schiedenen für Gott gewinnen und die Sünder zurückführen zu den verlassenen Altären.DaS zum großen Theil protestantische Ohlau hat eine Mission gehabt, und erhieltdieselbe noch eine besonders merkwürdige Bedeutung dadurch, daß der Pfarrer derdasigen katholischen Gemeinde, Herr JonaS, zur selben Zeit auf sein Beneficiumverzichtete, um in den Orden der PP. Franciscaner nach der strengsten ObscrvanzdeS PetruS v. Alcantara zu treten. Eine Custodie dieses Ordens ist bis jetzt aufdem berühmten Wallfahrtsort, dem Annaberge errichtet und wird auch schon einKloster für denselben Zweck bei Neustadt an der österreichisch-schlestschen Gränze erbaut.Die Opferwilligkeit der katholischen Bevölkerung hat sich bei dieser Veranlassung wie-der in schönster Weise bestätigt. Es sollen bis jetzt schon bedeutende Gelvvermächt-nisse bis zu Raten von 300 Thalern zur Erbauung des Klosters eingegangen seyn.Gewiß werden überall Katholiken und billigdenkende Akatholiken das Wieberaufblühender Klöster in Schlesien freudig begrüßen und mit ihren Opfern unterstützen, denndie Klöster sind in Wahrheit immer Custodien (Wachtposten) gewesen im Reiche Christigegen den Einbruch des Unglaubens, der Goitentfremdung und der Genußsucht.

Die Mission in Oppeln war von sehr segensreichem Erfolge begleitet. An20,000 Menschen wohnten der Schlußpredigt und der Errichtung deS MissionskreuzeSbei. Deutsche wie Polen , Protestanten wie Juden, Gläubige wie Ungläubige hattenbet den erbaulichen, erschütternden Vortragen ihre Repräsentanten. Ich wohnte derMission in Ratibor bei. Die PP. Klinkorvström predigen mit einer fortreißendenBegeisterung, mit einer unwiderstehlichen Kraft, mit einer Argumentation und Logik,die in dem Herzen deS Zweiflers jedes Bedenken, jede falsche Ansicht, jeden Irrthumwie mit einem Schlage vernichtet. Sie stellen das Dogma der katholischen Kirche hin in der schärfsten Begränzung, sie bezeichnen mit den unterscheidendsten Merkmalendie Gränze zwischen Tugend und Sünde. Sie stellen die Laster und Gebrechen der