208
Zeit ihren Zuhörern nicht in allgemeinen verwischten Umrissen vor Augen, sondernkennzeichnen sie bis aufs Genaueste, so daß der Sünder im Stande ist, wie in einemSpiegel sich selbst zu erkennen. Die Predigt über die Nothwendigkeit der Beichte,gehalten von Mar v. Klinkowström, war eine meisterhafte Apologie dieses hl. Sacra-menteS, und mir ist die Aeußerung einer protestantischen Dame auS Ratibor zu Ohrengekommen, woraus man den Schluß machen kann: P. Max habe die Herzen seinerZuhörer getroffen und seine Predigt habe auch eine heilsame Wirkung auf die ungläu-bigen Zuhörer gehabt. Die PalreS arbeiten mit großer körperlicher Anstrengung inihrem Beruf; wie eS heißt, liegt sogar P. Mar Klinkowström in Neisse schwer krankdarnieder. Wir wollen aber hoffen, daß daS Gerücht nicht bestätiget wird. Auch indie Olmützer Diöcese preußischen Antheils sind die PP. Jesuiten zur Abhaltungvon Missionen für die Zeit des Jubiläums, daS mit dem zweiten Sonntage nachPfingsten beginnt, von Seiten deS fürsterzbischöflichen CommissariateS eingeladen worden.
Der Bischof von Grenoble , welcher die Erscheinung der seligsten Jungfrauauf den Bergen von Salette in einem frühern Hirtenbriefe als Thatsache erklärt undbestätiget, und welcher, vom heiligen Vater dazu ermächtigt, den Bau einer Kircheauf derjenigen Stelle, wo die Erscheinung von den zwei Kindern gesehen worden,angeordnet hat, hat am 26. Mai den Grundstein zu dieser Kirche gelegt. An dieselbewirv er später eine eigene Congregation von Missionären rufen, welche die Seelsvrgezu verwalten haben. Die Wallfahrt ist im beständigen Zunehmen., — Welchen Auf-schwung die Kirche in Frankreich nimmt, und bereits seit den letzten Jahren genom-men hat, beweist die fortwährend sich mehrende Stiftung religiöser Anstalten. Sobestehen in der einzigen Diöcese AmienS 209 religiöse Genossenschaften, welche für alleleiblichen und geistigen Bedürfnisse der Gesellschaft mit dem größten Eifer und dembesten Erfolge sorgen. (Wenn man dabei sieht, wie in Deutschland namentlich dieErziehung der Jugend vernachläßigt oder durch schlechte Schulen vergiftet wird, wieman diesen heillosen Zustand kaum zu erkennen scheint und nicht zu denjenigen Mittelngreift, welche die katholische Kirche in ihren Orden so reichlich darbietet, so muß manFrankreich beneiden, Deutschland bedauern und den Klageschrei ertönen lassen: Istdenn Niemand, der rettet?) _
Jüngst wurden katholisch: Miß Fräser, Vorsteherin der puseyitischen Nonnenzn Orford, eine Nichte deS protestantischen Bischofs vr. ForbeS von Brechin in Schott-land ; — E. Badele« Esa., QueenS Counsel (königl. Rath), in die kath. Kircheaufgenommen durch H. E. Manning, vor seiner Konversion Archidiacon von Chichester.— Unter den 79 Personen, welche am Sonntag nach Pfingsten zu Dukinfield vondem Bischof von ShrewSbury gefirmt wurden, befanden sich zehn, welche seit zwölfMonaten daselbst zur katholischen Kirche zurückgekehrt waren.
Wir ersuchen die verehrlichen Abonnenten des Sonntags-Beiblattes,Ihre Bestellungen für das II. Semester doch ja schleunigst bei dem nächst-gelegenen Postamte zu machen, damit wir nicht den zu spät sich Melden-den unvollständige Eremplare bieten müssen. Das Sonntags - Beiblatterfreut sich von Halbjahr zu Halbjahr einer steigenden Theilnahme undwird wohl bald zu den gelesensten kirchlichen Blättern Süddeutschlands zuzählen seyn. Möge der hochw. Klerus sich auch ferner für Verbreitungdesselben unter dem katholischen Volke verwenden und uns öfter mit Bei-trägen über religiöse Fragen und Erscheinungen beehren.
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Jnhaber: F. C. Kremer.