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durch fortwährende Straßenrevolten das Volk zum Verbrechen reif machen könne, umendlich die fluchwürdige Schandthat des KvnigSmordeS auszuführen und die Hallun-kenherrschaft mit dem Mordbeil zu gründen. Da war eS, wo die französischen Maurerdie Heimlichkeit aufhoben und als Ludwig gefangen genommen war, schrieen dieBrüder bei Verlesung deS AbsetzungöcecretS in ihrer Loge: „Seht, endlich ist ganzFrankreich nur eine große Loge, die Franzosen sind alle Freimaurer und dasganze Weltall wird es strakS sey», wie wir. Envlich seht den großen Entwurf derFreimaurer erfüllt; Gleichheit und Freiheit; alle Menschen sind gleich und Brüder,alle Menschen sind frei; dieß ist die Wesenheil der Verfassung, der einzige Gegenstandunserer Wünsche, unser ganzes großes Geheimniß. Ganz Frankreich soll zur Ehreder Maurer davon unterrichtet werden, damit eS in ihnen dielwah,ren Urhe-ber dieser ganzen Revolution der Freiheit und Gleichheit erkenne."So jubelten die Maurer, als die katholischen Priester in Ueberzahl sich anschickten,für Gott unv König das Blutgerüst zu besteigen oder in die Verbannung zu gehen!Möchten die Fürsten ausmerken, damit sie nicht mit dem aus Varennes zurückgebrachtenKönig Ludwig klagen dürften: „ich wußte alles dieß bereits vor eilf Jahren; wieÄN>/r? AMA^^ßnichiiiAHiMrA^ ,.'^ni,4 nnciöf^ !-iii!»Ili!-W vlü likiL
Gehen wir auf Italien über, wo als einer der Ersten, welche die Maurerndaselbst einführten, der Dichter Lord Byron genannt werden muß. Sie sind unterdem Namen der Carbonari bekannt, erklärten, nach Herrn von o'A rIin co u r t,eineu VeriilgungSkrieg nicht nur den Thronen und Allären, sondern auch der ganzengesellschaftlichen Ordnung. Sie biivcten unsichtbare Tribunale, durch welche ohneMilleiv der Tod eincö Jeden beschlossen wurde, der ihnen im Wege stand... Siewaren unermüdliche Gleichmacher, Vergaster des Menschengeschlechts und verhießenden Völkern gleichwohl daS golvene Zeitaller. Sie sprachen nur von Gerechtigkeit,Unabhängigkeit, Brüderschaft; allein unter diesen lügnerischen Worten wurde derAufruhr gepredigt." Unter dem Vorwand wissenschaftlicher Kongresse durchwandertensie als Verschwörer Italien , warben überall HilfSschaaren, entfernten allmälig alletreuen Beamten der italischen Fürsten unv scheuten, als sie im Kirchenstaat nichtrecht an die Person des heiligen VaterS herankonnten, auch den Mord nicht, wieder To? Rossi'S bekundet. Eö gniügt, »m die maurerischen Carbonaris Italiens zu kennen, der Hinblick auf die letzten Ereignisse in diesem Lande und den Ehef desCarbonariSmuS Mazziui, der als europäischer Mordbrenner hinlänglich bekannt ist.d'il -liukttL Äiiu gmiifiL 5i6 ijlllZ .iMAuß sMF,niz5j^-, vif ,nzktti(l innM iiniMnun«' N»Pug1!l0?M jz,,,gü,t!.V 1^ ^11 jz«n»,t?F ,»<< .VN!>-llIvlg7,<!!SliZkll'ziF ?zz ,Nl.u,S!,lwG ilZNiHZl/t ^4 tzqitHL 9I!U Hliu-!'!vÄ lM!»m ,!tsiiini
Hier weilte vor Kurzem der Missionarius von Syra, Herr Giorgio Brendisi,welcher im Auftrage veS Bischofs von Syra , der zugleich apostolischer Delegat sürGriechenland ist, sammelt, um in der Hauptstadt Griechenlands, zu Athen , einekalhol. Kirche zu Ehren deS heil. Dionystuö Areopagita zu erbauen. Herr Brendlsl,der sich hauptsächlich in München ausbildete, gewinnt alle Herzen, denen er sichnähert, unv verbreitete in allen Kreisen, welche er berührte, eine heilige Begtisterung.Er begab sich auch nach Reichstadt, wo ihm eine freundliche Aufnahme sicher ist.Wenn man auS seinen Erzählungen vernimmt, mlt welchem unermüvlichen Eifer Nuß-land die Schismatiker zu gewinnen sucht, so muß man wünschen, daß man von kalh.Seite nicht die Hände in den Schooß legt; besonders dürste eS Oesterreichs Berufseyn, seine griechischen Elemente nicht zu vernachläßigcn, und sür eine wissenschaftlicheund zwar ächt kirchliche Ausbildung zu sorgen; denn eine wissenschaftliche Bilning hateiner so großen Unwissenheit gegenüber, wie sie jetzt unter den Schismatikern herrscht,eine große Bedeutung. Daß man aber viel versäumt hat, ist dieses BeiveiS genug)daß die unirtcn Griechen in Galizien und Ungarn ihre liturgischen Werke von Ruß-land beziehen Mußten. sK Bl. a. T.)
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