Ausgabe 
12 (25.7.1852) 30
Seite
236
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

S36

Losur übergeben haben; er war auch sonst im Fall, dem Fortgang und dem sicht-lichen Gedeihen wie den verdankenSwerthen (er möchte sagen rettenden) Bestrebungendieser Institute seine Aufmerksamkeit zu schenken, so daß er wohl sich berechtigt haltenmöchte, über sie seine Stimme abgeben zu dürfen.

Sind die Pensionate dieser Damen vorzugsweise für die obern Schichten derGesellschaft worunter sie jedoch nicht den Adel ausschließlich verstehen einge,richtet, so könnten nur die Oberflächlichkeit oder der üble Wille gegen das wesenhastChristliche hieran einen Tadel knüpfen. Dürste eS außer Acht gelassen werden, daßin Frankreich zunächst, dann aber auch in andern Ländern, das Uebel und daSVerderben zunächst von jenen obern Schichten der Gesellschaft ausgegangen sey?Wer theilte nicht die Ueberzeugung der ehrwürdigen Damen, daß eine Erneuerungin diesen zu allererst Noth thue, von ihnen wieder das gute Beispiel ausgehen müsse?Dieß ist kein ideologisches Traumgebilde; die Erfahrung stellt bereits jene Ansicht alseine bewährte dar. Erzbischöfe und Bischöfe preisen sich glücklich, in ihrer Diöceseein solches HauS zu haben und verkünden es laut, daß der Geist mancher Stadtseitdem sich umgewandelt habe. Indem die Töchter der ansehnlichen Häuser durchein solches Institut in ächt christlicher Ueberzeugung und Uebung erzogen werden,lassen dieser allgemach auch die untern Stände sich gewinnen. Ohnedem verfolgendie vsmes clu 8scrö (!oeur ihr Ziel nicht einseitig, sondern ihre Liebe umfaßt alleStände der Gesellschaft; ihr Zweck ist Verbreitung der Andacht zu dem heiligstenHerzen Jesu, wozu sie der Anwendung von vier Mitteln sich befleißen.

DaS erste Mittel besteht in ihren Pensionaten für die höhern und begütertenStände der Gesellschaft. DaS zweite sind ihre völlig unentgeltlichen Armen-schulen. In diesen werden die Kinder der oft so schrecklich vernachlässigten arbeiten-den Classe eben sowohl christlich als zu passender Thätigkeit erzogen. Der Religions-unterricht ist die Grundlage; an diesen reiht sich daS Nothwendige, welchem daSNützliche durch Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten sich anschließt. Auchdiese Kinder stehen den ganzen Tag durch unter Leitung und Aufsicht der Frauen.Sind sie zu fertigen Meisterinnen im Kleidermachen, Wcißnähen u. dgl. geworden,so werden sie (da sie schon im achten Jahre Aufnahme finden), gewöhnlich mit acht-zehn Jahren entlassen. Sie dürfen niemals zweifeln, gute Dienste zu finden, davornämlich solche Frauen, die selbst in einem Hause der vsmes clu t>sor4 Ooeur sinderzogen worden, solchen Dienstboten den Vorzug geben. Andere verheirathen sich mitrechtschaffenen Handwerkern, da diese sicher sind, in ihnen wahre, weil ihrer Bestim-mung nach jeglicher Beziehung entsprechende Lebensgefährtinnen zu finden. Wiederandere vereinigen sich zu Nähgesellschaften, nnd empfehlen sich gleichfalls durch Ein«gezogenheit und Gewissenhaftigkeit. Alle verbreiten über eine oft wüste Umgebungden Segen eines frommen HerzenS, eineS festen Glaubens, wahrer Tugend, undsind hiedurch nicht selten zu Werkzeugen der erfreulichsten Bekehrungen geworden.DaS dritte Mittel sind die ketraitvg (geistliche Uebungen) für diejenigen, welchein der Welt beschäftigt, nicht im Stande sind, ihrer Heilsangelegenheit täglich einelängere Zeit zu widmen und dennoch daS Bedürfniß fühlen, bisweilen einen ernstenBlick in ihr Inneres zu thun. Solche Seelen voll guten Willens können in einemHause des Ordens nm Aufnahme für acht, nenn Tage anhalten, um während dieserZeit in dem Hause des Herrn Gott und sich zu erfreuen. An Leib und Seele jenach Stand und Erziehung besorgt, stehen sie dann unter der liebevollsten Aufsichtund Leitung der erfahrensten Freundinnen deS Herzens Jesn. Solche Tage der Ruhehaben schon vielen hundert Seelen neue Kraft und neuen Muth verliehen, die Bürdeder Familiensorge und der täglichen Lebenslasten im Geiste deS Christenthums wiederauf sich zu nehmen, und in freudigem Gottvertrauen ferner zu tragen. Wie manchesmatte Herz, wie manche gebeugte Seele hat nicht in einer solchen Anstalt ihrenFrieden, ihr Heil wieder gefunden, ist nicht mit innigem Dank, mit zärtlicher Liebeaus dem Hause des Herzens Jesu geschieden! Und von dieser Wohlthat wird Niemandausgeschlossen, der unbefleckten Rufes, anständigen Betragens ist. Diesem Zwecke ist