Zwölfter Jahrgang.
7?Sonntags-Beiblatt
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Augsburger Pojtzeitung.
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15. August M SS. 185S.
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^ Das Fest des heiligen Petrus und Paulus.
Die heiligen Apostelfürsten Petruö und Paulus find nicht allein die Beschützerund Beschirmer der ganzen katholischen Welt, sondern vorzüglich auch die Patronedes Mittelpunktes derselben, der ewigen Stadt. Diese besitzt ihre Gräber und ihreirdischen Uebcrreste; sie zeigt die Stätten, an welchen sie ihre Wirksamkeil mit demglorreichen Martyrium krönten; ihr Bocen ist besprengt mit dem Blute derselben undin vielen Oertlichkeiten bewahrt sie das lebendigste Andenken an ihr Leben undWirken. Deßhalb war von jeher das Fest dieser beider Apostelfürsteil daS eigentlicheFest Roms, und wenn auch mit einigem Unterschied, so wurde eS doch immer mitdem höchsten Glänze und der größten Feierlichkeit begangen. DaS Centrum der Feierist die Basilika des heiligen PetruS im Vatikan, erbaut über dem Grabe dcS heiligenPetrus, wegen ihrer riesigen Größe und Einrichtung ein Symbol der Kirche derganzen Well, die da ruht auf dem Ecksteine Petrus. Mehrere Wochen lang hatteman an ihrer würdigen Ausschmückung zu dem bevorstehenden Festtage gearbeitet,und die letzten neun Tage vorher wurde eine besondere Vorbereilungsandacht gehalten,bei welcher jedesmal der lieilige Vater erschien. Zu der Vigilie aber war der vordem Hauptaltare ^) befindliche Eingang zur Grabcapelle des heiligen PetruS (diesogenannte Confessio) in einer wirklich überaus geschmackvollen Weise mit frischemGrün, Blumen und zahlreichen Lichtern geziert; die 89 Lampen, welche hier bei Tageund bei Nacht in vergoldeten Schaalen fortwährend brennen, waren mit dem reinstenWachse gefüllt und kostbare Leuchter ringS an den Seiten der Marmortreppen aufge-stellt. Die an der rechten Seite deS Hauptschiffes befindliche Biltsäule deS heiligenPetruS, vom heiligen Leo dem Großen aus dem Metall der Statue deS JupiterCapitolinuS gegossen, und vom Volke immer außerordentlich verehrt, war vollständigmit den Pontificalien bekleidet und trug die dreifache Krone auf dem Haupte. Dieganze untere Peterskirche, die Ruhestätte so vieler Heiligen und von allein 130 Päp-
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') Denjenigen unserer Leser, welche mit der Einrichtung der Peterskirche nicht bekannt sind,bemerken wir, daß dieselbe in der Form eines großen Kreuzes erbaut ist. Ueber dem Mittelpunctedes Kreuzes, dort, wo die Balken sich schneiden, erhebt sich die 413 Fuß hohe Kuppel, unter der sichfreistehend und nur von einem aus vergoldeter Bronze gearbeiteten Baldachin bedeckt der Hauptaltarbefindet. Auf diesem feiert nur der Papst und zwar gegen das Volk hin' gekehrt das allerheiligsteMeßopfer; und vor demselben (vom Haupteingangc der Kirche aus gerechnet) steigt man auf Marmor-treppen zum Grabe des heiligen Petrus und zur untern Kirche hinab (Confessio). Dort, wo bei unsder Hauptaltar steht, am obern Ende des Hauptschiffes, befindet sich hier der Stuhl des heiligenPetrus und davor der Thron des Papstes und von da aus zu beiden Seiten bis zum Altare hinstehen die Bänke für die Cardinäle und Prälaten. Der Papst besteigt den Altar von der Seite seinesThrones her und steht so mit dem Gesichte gegen das Hauptthor der Kirche hin.