Ausgabe 
12 (15.8.1852) 33
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263
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Mit, am folgenden erreichten wir Wodeine mit seinem Schellall, einem der längstenund reißendsten der dritten Katarakten. Am 1V. Februar waren zwei Strömungenzurückgelegt, über eine dritte die Stricke gespannt, als plötzlich daS Seil den Händender Zicher entfuhr, ob in tückischer Absicht, muß dahingestellt bleiben. Drei Stun-den gingen hierüber verloren. AIs AlleS wieder vorbereitet war, ging der wackereSchmied an daS Ufer, um die Zieher zu überwachen, wobei er vieren, die wiederdas Seil fahren ließen, 5en verdienten Lohn aus ihre schwarzen Rücken hämmerte.Nun ging Alles gut von Statten, um sechs Uhr landeten wir bei Waddi Gamer,einem freundlichen Orte, wo wieder schöne Vegetation sich zeigt. Der 11. Februarbot nichts Besonderes dar, aber am 12. mußten wir bei brausendem Winde auf-brechen. Die Matrosen hofften mit zwölf Ruderern deS Wassers Meister zu werden,sahen aber bald, daß eS ohne Zieher nicht gehen werde. Die, welche mit dem Seilan daS Ufer schwimmen sollten, ließen eS aber im Kampfe mit zwei Krokodillen ent-wischen, so daß es noch am zweiten Tage nicht gefunden war, daS Schiff abermittlerweile an einen Felsen stieß, so daß daS Ruder beinahe abermals gebrochenwäre. Die Saumseligkeit der Zieher machte die Fahrt der folgenden Tage höchstlangwierig.

Am 17. Februar erreichten wir die Insel Mograt. Hier schien AlleS gegenunsere Weiterfahrt sich verschworen zu haben. Obgleich drei Boten vorangegangenwaren, zeigte sich keine Spur von Ziehern, und ohne schriftlichen Befehl seines Obernwollte der dortige Schech solche nicht hergeben; denn der großherrliche Ferman galtihm so viel als nichts. Vier Stunden weit bis in die tiefe Nacht eilte ich ihm inseine Wohnung nach. Vor dem Thor derselben schoß ich meine Doppelbüchse ab, umden Matrosen ein Zeichen zu geben und dem Schech Furcht einzujagen. Erschrockenfuhr er auf und fragte, was eS gebe? Der Große vom Schiff ist da, hieß eS; dasprang er auf ein bereit gehaltenes Pferd und gerade dem Wasser zu, um mir zuentfliehen. Inzwischen besann er sich, kehrte um, warf sich vor mich hin und ver-hieß, Alles erfüllen zu wollen; noch in der Nacht erging der Ruf und in wenigenAugenblicken war eine Karavane von sechzig Personen, Eseln und Pferden in Bewe-gung. Da eS aber finster, ich selbst müde war, ließ ich Halt machen und rasten.Am frühen Morgen erreichte ich daS Schiff, und sofort wurde gezogen, mit schwachenKräften, weil in der Nacht doch wieder Viele entflohen waren. Von unserm Lan-dungsplätze am 20. Februar bis nach Abu-Hamed sind eS zwei Stunden, und erstnach den acht sorgenvollsten Tagen unserer ganzen Reise konnten wir dahin gelangen.

Sie begannen damit, daß in der Frühe deS 21. die Matrosen, den zaghaftgewordenen ReieS an der Spitze, mit der Erklärung herankamen: keinen Schrittweiter zu fahren, denn das Flußbeet sey ausgetrocknet. Da half alles Zureden nichts.Mit tausend Menschen, schrieen sie, wäre nicht zu wagen. Waö war mit denmuthloö gewordenen Leuten anzufangen? Das kleine Schiff wurde nun mit den Ge«räthschaften des Herrn Missionärs Trabant und deS Schmieds befrachtet, damit diesenach Abu-Hamed steuern und von dort auf Kameelen nach Chartum sich begebenkönnten, indeß ich in dem Schiff bleiben sollte, um weitere Befehle zu erwarten.Die Fassung und der Ernst, womit ich diese Anstalten traf, blieb nicht ohne Eindruckauf die Matrosen. Sie machten sich verstohlenerweise auf, um daS Wasser nochmalszu untersuchen. Jetzt erklärte der ReieS, mit 120 Ziehern wollten sie die Fahrt dochzu Stande bringen. Diese hatten sich aber verlaufen, so daß erst am 23. wiederkonnte abgefahren werden. Wir kamen ohne Schwierigkeit über die gesürchtetstenStellen. Oberhalb derselben ist ein kleiner Canal zu passiren; da bekam das Schiffeinen Leck und das kleine Seil, welches die Matrosen statt deS großen nahmen,riß entzwei, das Schiff schlug mir aller Gewalt auf einen spitzen Felsen, eS drohtezu sinken, weil das Wasser in die untern Räume eindrang. Dieses mußte eilendSherausgeschöpft, der Bruch nothdürftig ausgebessert werden. An einen Felsen ange-bunden, hatten wir die Nacht in der Mitte deS Stromes zuzubringen, wüthendenSturmwindes wegen den folgenden Tag ebenfalls, und die ganze Nacht, mußte

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