Zwölfter Jahrgang.
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^sonntags-Betblatt
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Allgslntrger Pojtzeitung.
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SS. August M S^. 185S.
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Generalversammlung der katholischen Bereine Deutschlands
Es war eine der denkwürdigsten Zeiten in der Geschichte Deutschlands , als diekatholischen Vereine ins Leben traten. Die Revolution brauste, wie ein wilderStrom, über die Länder dahin und riß Alles in ihrem Strudel fort; die von Gott gesetzte Gewalt wurde verachtet und die Willkür regierte; alle Leidenschaften gährten,die Begriffe waren verwirrt; die berathenden und gesetzgebenden Versammlungenbauten, wie zu Babel, ohne Fundament, und eine grenzenlose Sprachenverwirrunghatte sich des ganzen Deutschlands bemächtigt. Von einem höheren Bewußtseyn,einem göttlichen Gedanken, einer ewigen Idee blickte kaum eine Spur durch,ja sie wurde öffentlich in einer Versammlung verworfen, die das Heil der deutschen Nation berathen und begründen sollte. In dieser Zeit, wo das Gute und Wahrenur mühsam durchdringen konnte, etwa wie ein Funke durch einen dichten Aschen-haufen, wie eine einzelne Aehre durch wucherndes Unkraut, wo die Stimme derWahrheit verhallte in dein Sturmwind und dem unaufhörlichen Wogenschlag einesganzen MeereS von Leidenschaften, in dieser Zeit erstanden die katholischen Ver-eine. Gegenüber der Unzahl von Vereinen, die damals, wie Pilze nach einemGewitterregen, aus der Erde aufschössen, nahmen sie eine Stellung ein, die sichsofort und in der bestimmtesten Weise durch ihre Grundlage, durch ihre innere Be-schaffenheit, durch ihr Ziel von sämmtlichen damals bestehenden Vereinen und Ver-sammlungen wesentlich unterschied.
Die katholischen Vereine wurden getragen von einer ewigen, göttlichenIdee. Während allgemein in den Vereinen und Versammlungen die irdische Seiteund diese dazu leider oft genug in der unreinsten Gestalt hervortrat, stellte der katho-lische Verein eine andere, eine höhere Seile dar und vermittelte, indem er sichauf dieser Grundlage constituirte, der Zeit Gesichtspunkte, welche sie aus dem Augeverloren hatte, und verbreitete ein höheres Bewußtseyn durch Deutschland , zu Nutzund Frommen nach Oben und nach Unten hin. In dem Wirrwar von Versamm-lungen aller Art trat jugendlich frisch ein Verein ins Leben, der keinen Anstand nahm,in öffentlicher Versammlung seine Mitglieder mit dem Gruße „Gelobt sey JesuSChristuS " zu begrüßen. Das war lange nicht geschehen, weder von der Bureau-kratie in ihren Sitzungen, noch von der Demokratie in ihren Clubbs.
Es versammelten sich die edelsten Männer verdeutschen Nation in den kath.Vereinen: sie wurden sich ihrer Einheit und Gemeinschaft bewußt. Es verein-ten sich die Kräfte und wurden stark durch ihre Verbindung. Die Schranken derLänder fielen, die Gränzen waren aufgehoben, die Nationalitäten verschwanden, dieGeister verbanden sich. ES war ein freier Zug der Gedanken durch Deutschland .